Bad Oldesloe

Nach Attacke in Grabau: Solidaritäts-Demo für Flüchtlinge

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Foto: Birgit Schücking,Birgit Schücking / Birgit Schücking

Nach dem Angriff auf eine Asylunterkunft ruft Walter Albrecht vom Oldesloer Bündnis gegen rechts zu einer Demonstration auf. Unterstützung erhält das Bündnis aus Kreisen der Kirche, Gewerkschaft und der Politik.

Bad Oldesloe. Nach der Attacke mit einer Rauchgaspatrone auf eine Asylunterkunft in Grabau ruft das Oldesloer Bündnis gegen rechts zu einer Demonstration auf. Die Kundgebung ist für Sonnabend, 10. Januar, 11 Uhr auf der Hude in Bad Oldesloe geplant. Unterstützung erhält das Bündnis aus Kreisen der Kirche, Gewerkschaft und der Politik. „Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz haben weder in Stormarn noch in Deutschland Platz“, sagt Walter Albrecht vom Oldesloer Bündnis gegen rechts. „Wir wollen gemeinsam deutlich machen, dass Flüchtlinge bei uns willkommen sind“, so Albrecht.

Die Solidaritätskundgebung sei für alle in Deutschland lebenden Flüchtlinge gedacht, betont Albrecht. Der Vorfall in Grabau habe das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht. „Ob diese Tat nun einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat oder nicht – es ist für die Betroffenen auf jeden Fall ein Drama. Egal, von welcher Seite das kommt“, so Albrecht.

Einer der Redner auf der Kundgebung wird der Bürgermeister der Gemeinde Grabau, Hans-Joachim Wendt (Wählergemeinschaft WGG), sein. Auch einer der syrischen Bewohner des attackierten Flüchtlingsheims wird sprechen. Er kommt mit einem Dolmetscher. Des Weiteren haben sich Vertreter der Evangelischen Kirche Bad Oldesloe, des Forums für Migration und Integration und des Diakonischen Werks angekündigt.

Auch Politiker wie der Stormarner Landtagsabgeordnete Tobias von Pein (SPD) und die Piraten-Abgeordnete Angelika Beer rufen zur Teilnahme an der Kundgebung auf. „In Stormarn darf es keinen Platz geben für Ausgrenzung, Intoleranz, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, sagt Pein. „Menschen, die bei uns Schutz suchen, dürfen nicht Opfer menschenfeindlicher Aktionen werden. Sie haben vielmehr das Recht auf Hilfe und Solidarität.“

Grabau-Attacke war auch Thema im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtages

Auch die Stormarner Grünen-Kreistagsabgeordnete Sabine Rautenberg betont: „Es ist wichtig, nach solchen Situationen Präsenz zu zeigen und sich zu wehren.“ Nur so könne man deutlich zeigen: „Die Mehrheit der Gesellschaft lehnt so ein Verhalten ab.“ Die Attacke auf die Flüchtlingsunterkunft war gestern auch Thema im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtages. Das hatte Piraten-Abgeordnete Angelika Beer beantragt. Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler und Justitzstaatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer informierten die Politik über die derzeitigen Erkenntnisse zu dem Vorfall in Grabau. Es sei beschlossen worden, das Thema auch weiterhin im Ausschuss zu begleiten, so die Vorsitzende Barbara Ostmeier (CDU).

Am Freitagabend, 2. Januar, hatten sechs Bewohner des Flüchtlingsheims ihre Unterkunft verlassen müssen, nachdem ein oder mehrere Unbekannte einen Rauchkörper im Treppenhaus platziert und starken Qualm verursacht hatten. Die Staatsanwaltschaft geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus und hat 5000 Euro als Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Grabau sei mittlerweile wieder in der Normalität angekommen, sagt Bürgermeister Wendt. Dennoch fährt die Polizei vermehrt Streife, die Nachbarn sind wachsam. „Die Flüchtlinge sagen, sie fühlen sich sicher“, sagt Wendt. Derzeit leben neun Asylsuchende in dem Haus. Die Polizei Lübeck bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0451/1310 zu melden.

( (sx) )

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