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Reinbek: CDU will größere Gebäude für Flüchtlinge

Geplant waren Häuser für je eine Familie. Wegen der Kosten wird jetzt neu beraten

Reinbek. Die Frage nach den Flüchtlingsunterkünften in Reinbek wird in der Politik neu verhandelt. Die bisher gefassten Beschlüsse zur Unterbringung von Asylbewerbern sollen in einer Sondersitzung aufgehoben werden. Die Mitglieder des Sozial- sowie des Bauausschusses wollen sich noch vor der Stadtverordnetenversammlung am heutigen Donnerstagabend um 18 Uhr zusammensetzen und neu beraten.

„Geplant war der Bau von zwölf kleinen Häusern für je eine Familie. Die würden aber zu hohe Erschließungs- und Energiekosten für Reinbek bedeuten“, sagt Ernst Dieter Lohmann (CDU), stellvertretender Bauausschussvorsitzender. Seine Partei hat deswegen einen Antrag eingereicht, in dem die Errichtung von Mehr-Parteien-Häusern beraten werden soll. „Häuser mit mehreren Wohneinheiten nach energetischen Standards sind wesentlich günstiger. Bei zwölf Holzhäusern müsste man zwölf Wasser- und Stromanschlüsse legen. Die Heizkosten wären außerdem zu hoch“, sagt Lohmann.

Bereits in der Sitzung des Sozialausschusses im Oktober wurde über die Kosten gesprochen. Der Sozial- und Schulausschuss hat trotzdem einstimmig den Kauf von zwölf Mobilheimen beschlossen. Gerd Prüfer (SPD), Mitglied im Sozialausschuss, sagt: „Wir kannten die Erschließungskosten zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wie wir jetzt wissen, würden die mit rund 900.000 Euro zu Buche schlagen. Wir gehen davon aus, dass die Kosten bei der neuen Variante deutlich geringer ausfallen werden.“ Die Standortfrage stelle sich laut Prüfer aber nicht, trotz der Planänderungen. Es solle immer noch am Freizeitbad und an der Feldstraße gebaut werden.

Dass über so eine Möglichkeit nicht schon früher beraten wurde, liegt laut Lohmann an der Aufteilung der Entscheidungskompetenzen der jeweiligen Ausschüsse. „Der Sozialausschuss entscheidet über die Art und Weise, der Bauausschuss über den Standort.“ Das sei in dem Fall ungünstig. Nun wollen sich beide Gremien zusammentun und eine gemeinsame Entscheidung fällen. „Wir müssen einen Beschluss auf die Beine stellen, um ihn dann in der anschließenden Stadtverordnetenversammlung verabschieden zu können“, sagt Lohmann. Denn die Kosten müssten in dem Haushalt für das nächste Jahr eingeplant werden.