Stormarn
Ahrensburg

Großhansdorfs schöne Tochter-Gesellschaft

10. Großmodenacht im Ahrensburger Marstall. Kinder der Rotarier auf dem Laufsteg

Ahrensburg. Trubel und Anspannung herrschen hinter der Bühne des Ahrensburger Marstalls. Zwischen Kleiderbergen und ungezählten Schuhpaaren drängen sich 16 topgestylte Mädchen auf engstem Raum. Sie laufen gleich die Modenschau für den Charity-Abend des Rotary-Clubs Großhansdorf. „Wir sind ein bisschen aufgeregt“, sagt Kristina Martins. „Wir müssen zu einem bestimmten Moment der Musik loslaufen, haben aber die Choreografie erst gestern Abend geprobt.“ Klingt eigentlich nach normalem Model-Alltag. Ist aber keiner: Die schönen Mädchen sind nämlich keine Profis, sondern die Töchter der Rotarier. Zur Modenschau des österreichischen Labels „Airfield“ am vergangenen Sonnabend haben sie sich noch ein wenig Model-Verstärkung dazu geholt, wie die Schwestern Philine und Judith Flaig aus Bargteheide.

Die „Großmodenacht“ in Ahrensburg hat Tradition: Bereits zum zehnten Mal haben die Rotarier den Ahrensburger Marstall in einen glamourösen Festsaal verwandelt. Dabei schlüpfen die 33 Mitglieder selbst in die Rolle des Dienstpersonals: In Weiß gekleidet, mit Kellnerschürze und Fliege, verteilen sie fröhlich Häppchen von Gastronom Axel Strehl und Getränke im Publikum. „Alle müssen eine bestimmte Aufgabe übernehmen“, sagt Rotarier Gernot Brenscheidt. Er hat sich als Aufgabe ausgesucht, seine Kellnerkollegen mit den Speiseplatten über die Flure zu jagen. „Das muss schneller gehen“, ruft er ihnen lachend zu.

Nicht nur die Rotarier haben Spaß in ihrer ungewohnten Rolle, auch die rund 300 Gäste des Abends feiern ausgelassen. Bereits nach eineinhalb Stunden, um 21 Uhr, ist der Wein alle. Dirk Sponner kümmert sich schnell um Nachschub. „Dabei hatten wir ohnehin schon mehr eingeplant als im vergangenen Jahr“, sagt Sponner. Je mehr Getränke verkauft werden, desto besser: Der gesamte Erlös des Abends wird an soziale Projekte gespendet. „Der Betrag steht noch nicht fest“, sagt Rotarier Olaf Martins am Sonntag. „Im vergangenen Jahr waren es rund 10.000 Euro.“

Bedacht wird unter anderem der Hamburger Verein „Gefangene helfen Jugendlichen“, der auffällig gewordene Jugendliche unterstützt, damit sie nicht in die Kriminalität abgleiten. Auch die „HipHop Academy Hamburg“ bekommt eine Spende. „Uns gibt es seit sieben Jahren“, sagt die Geschäftsführerin der Akademie, Dörte Inselmann. „Ursprünglich wollten wir nur einen Jugendclub in Billstedt gründen. Aber die Jugendlichen wollten unbedingt HipHop machen.“ 600 Nachwuchs-Talente trainieren mittlerweile an der Akademie. Einige davon zeigen mit vier Show-Einlagen ihr Können. HipHopper Franklyn Kakyire ist der Star des Abends. „Das war einfach unglaublich, wie perfekt er sich bewegt hat“, sagt Beate Klose aus Großhansdorf. „Es ist Klasse, dass so ein großartiges Projekt gefördert werden kann.“

Ihr Mann Sebastian ist vor allem vom Engagement der Rotarier begeistert: „Ich finde es so toll, dass die das alles aus eigener Kraft stemmen. Sie machen ja alles selbst: von der Schenke über Kellner bis zur Sponsorensuche.“ Fundraising für eine gute Aktivität sei in Deutschland noch völlig unterentwickelt, im Gegensatz zu den USA. Selbst die Moderation übernimmt ein Rotarier: Wolfgang Mertens war spontan für die NDR-Moderatorin Anke Harnack eingesprungen, die krank das Bett hüten musste.

Höhepunkt des Abends ist wie jedes Jahr die Modenschau, bei der die Mädchen jeweils drei Outfits des Labels Airfield vorführen. Zur Verschönerung trafen sich die Models schon am Nachmittag im Friseursalon Möbius: „Wir tragen alle einen Pferdeschwanz, der mit Draht umwickelt ist. Es ziept zwar ein wenig, aber sieht gut aus“, sagt Model Kristina lachend. Das wiederum klingt dann doch ein wenig nach ganz normalem Model-Alltag.

Eine Galerie mit vielen weiteren Bildern

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