Stormarn
Asylbewerber

Stormarn erwartet 2015 doppelt so viele Flüchtlinge wie 2014

Momentan leben 896 Flüchtlinge in Stormarn. Das Land Schleswig-Holstein empfiehlt den Kreisen und Städten, sich für 2015 auf nochmals deutlich steigende Zahlen vorzubereiten.

Bad Oldesloe. Die Zahl der Flüchtlinge im Kreis Stormarn steigt weiter deutlich. „Im Moment haben wir 896 Flüchtlinge, die Leistungen von Kreis erhalten“, sagt Jan-Christian Heth, Fachdienstleiter bei der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe. Im September 2012 waren es 351 Flüchtlinge, ein Jahr später 512. Damit sich hat die Zahl in den vergangen zwei Jahren um rund 160 Prozent erhöht.

Das Land Schleswig-Holstein empfiehlt den Kreisen, sich für 2015 auf nochmals steigende Zahlen vorzubereiten. Stefan Schmidt, Flüchtlingsbeauftragter des Landes, sagt: „Ich würde sagen, dass wir doppelt so viele Flüchtlinge wie 2014 aufnehmen müssen.“

Die Situation stellt den Kreis und vor allem die Städte und Gemeinden vor eine Herausforderung. Wenn ein Ort doppelt so viele Asylbewerber unterbringen muss, reichen die bisherigen Unterkünfte nicht mehr aus. Reinbek wurden 2011 beispielsweise nur drei Flüchtlinge zugewiesen. 2013 waren es 24 und in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits 52. „Für das kommende Jahr wurden uns 100 Personen prognostiziert, die wir aufnehmen müssen“, sagt Bürgermeister Björn Warmer. „Ich gehe davon aus, dass, wenn keine neuen Schreckensmeldungen in der Welt auftauchen, wir alle unterbringen können.“ Die Stadt habe rechtzeitig mit der Planung weiterer Flüchtlingsunterkünfte begonnen.

Auch andere Städte wie Ahrensburg, Bargteheide und Glinde haben ähnlich reagiert. Bargteheides Bürgermeister Henning Görtz sieht aber auch andere Schwierigkeiten: „ Es ergeben sich auch Probleme in der Betreuung.“ Dazu gehörten Sprachkurse, Schulunterricht für die Kinder und Alltägliches wie das Einrichten der Wohnung. „In Bargteheide gibt es ein großes ehrenamtliches Engagement“, sagt Görtz. „Aber in Zukunft wird eine stärkere Koordination nötig sein.“

Die Flüchtlinge kommen aus den unterschiedlichsten Ländern. „Im Moment sind Kroatien und Serbien ein großes Thema, Syrien ist natürlich auch ein großer Punkt, aber auch immer noch Afghanistan und der Irak“, sagt Jan-Christian Heth.

Der Stadt Ahrensburg werden meist Familien zugewiesen. „Wir haben den Bau von drei Wohnunterkünften beschlossen, die innerhalb des nächsten Halbjahrs fertig sein werden“, sagt Carola Behr, stellvertretende Bürgermeistern. Bisher habe die Integration immer sehr gut geklappt, was vor allem der ehrenamtlichen Arbeit des Freundeskreises für Flüchtlinge zu verdanken sei. Behr: „Davor kann man nur den Hut ziehen. Wir könnten das ohne Ehrenämtler nicht bewältigen.“