Stormarn
Kommentar

Heimatkunde im besten Sinne

Ein echter Coup, den Denkmalschützer und Verwaltung gelandet haben.

Das Ahrensburger Rathaus ist so etwas wie der Überraschungskandidat unter den vier Stormarner Objekten, die für den „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September ausgewählt wurden. Denn der Streit um die Denkmalwürdigkeit dieses erst 44Jahre alten Gebäudes ist noch sehr präsent. Nur mit knapper Mehrheit hatten die Ahrensburger Stadtverordneten im Januar dieses Jahres dafür gestimmt. Im Februar wurde die Verfügung ins Denkmalbuch eingetragen. Und jetzt befindet sich das umstrittene Gebäude bereits in der guten Gesellschaft wertvoller alter Bauwerke.

Es ist eine kluge Entscheidung, das Rathaus so rasch als offenes Denkmal zu präsentieren. Die Botschaft lautet: Bürger, macht euch ein eigenes Bild – wir unterstützen das durch Informationen vor Ort. Die kommen zum einen von Experten, die den Blick auf die versteckten Details lenken. Zum anderen werben diejenigen für das Gebäude, die darin arbeiten und seine Vorzüge zu schätzen gelernt haben. Zahlreiche Mitarbeiter der Verwaltung haben sich freiwillig als Helfer am „Tag des offenen Denkmals“ gemeldet.

Das passt perfekt zum Geist des Rathauses, dessen Architektur dem demokratischen Denken der alten Bundesrepublik verpflichtet sein sollte. Die Ahrensburger Bürger können also am 14. September ihr Rathaus neu entdecken und in Besitz nehmen. Das ist Heimatkunde im besten Sinne.