Stormarn
Ahrensburg

Rohrbogenwerk: Politiker wollen nicht mehr zahlen

Die Kommunalpolitiker votierten einstimmig gegen ein weiteres Gutachten, bei dem unter anderem der Sanierungsbedarf der alten Werkshalle geprüft und Kulturbetreiber gesucht werden sollten.

Ahrensburg. Es dauerte wenige Augenblicke: das eisige Schweigen im Sitzungsraum des Ahrensburger Bauausschusses. Denn eines war bei der zuvor geführten Diskussion deutlich geworden: Die Kommunalpolitiker sind nicht mehr bereit, Geld zu investieren, damit es auf dem Grundstück des Rohrbogenwerks vorangeht. Sie stimmten einstimmig gegen ein weiteres Gutachten, bei dem unter anderem der Sanierungsbedarf der alten Werkshalle geprüft und Kulturbetreiber gesucht werden sollten. Vielmehr noch: Bei einem Großteil der Mitglieder des Bauausschusses wächst die Verstimmung über Investor Christopher Krosche.

Im Mai 2012 hatte sich der Sohn des Ahrensburger Unternehmers Christoph Kroschke das Grundstück des 2003 stillgelegten Rohrbogenwerks gesichert (wir berichteten). Sein Plan sieht vor, an der Ecke Brückenstraße/Bogenstraße einen Handwerkerhof und Wohnungen zu bauen. Politik und Verwaltung waren einverstanden, machten Zugeständnisse im Bebauungsplan. Forderten im Gegenzug von Kroschke, dass er die alte Werkshalle für eine kulturelle Nutzung erhält.

Von der Zusage distanzierte sich Kroschke, weil seiner Meinung nach der Erhalt der Halle viel zu teuer ist. Daraufhin beschloss die Politik, ein Gutachten in Auftrag zu geben, das prüft, ob der Standort für kulturelle Nutzung geeignet ist. Ergebnis: gut bis sehr gut. Kroschke gab sich daraufhin kooperativ: „Wenn sich in Folge des Zweitgutachtens ein Betreiber findet, dann übernehme ich die Sanierungskosten der Halle.“ Doch das zweite Gutachten für 16.000 Euro wollen die Politiker nicht mehr bezahlen.

Jörg Hansen (Grüne) sagt: „Das Ende der Fahnenstange, was unsere Vorleistungen angeht, ist erreicht.“ Das findet auch Thomas Bellizzi (FDP): „Der Investor wusste, dass wir auf den Erhalt und die kulturelle Nutzung der Halle bestehen. Er sollte sich an die Spielregeln halten.“ Bellizzi meint allerdings auch, dass die Beteiligten großzügiger mit dem Begriff kulturelle Nutzung umgehen sollten. Carola Behr (CDU) sagte letztlich: „Vielleicht müssen wir doch mal über den Abriss nachdenken.“

Wie es weitergeht, wollen die Fraktionen nun intern beraten.