Stormarn
Glinde

Glinde erinnert an die Nacht, als die Bücher brannten

Vier Künstler lesen am 10. Mai aus Texten, die 1933 von den Nazis verboten wurden

Glinde. Mit der zweiten Glinder Lesenacht wird am Sonnabend, 10. Mai an ein dunkles Kapitel der deutschen Kultur erinnert. Die Nationalsozialisten hatten 1933 gerade die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen, als sie ihre Kampagne „Wider den undeutschen Geist“ starteten. Bücher, die den Nazis unliebsam waren, vor allem von jüdischen Autoren, wurden verboten und in der Öffentlichkeit verbrannt.

Am 10. Mai 1933 begann die sogenannte Bücherverbrennung in Berlin und in 21 deutschen Universitätsstädten, in den folgenden Wochen wurde sie in anderen Städten des Reiches fortgesetzt. Von sogenannten Feuersprüchen begleitet wurden die Werke von Philosophen, Wissenschaftlern, Lyrikern, Romanciers und politischen Autoren in die Flammen geworfen .

Zum 81. Jahrestag der Bücherverbrennung erinnert die Bürgerinitiative Glinde gegen rechts am 10. Mai an diese barbarische Aktion. Zwischen 19 und 2 Uhr lesen auf dem Glinder Marktplatz und im Bürgerhaus vier Künstler aus den verbrannten Werken von Dichtern und Denkern. Dabei sein werden Achim Amme (Autor, Schauspieler, Musiker), Rolf Becker (Schauspieler und Synchronsprecher), Michael Webers (Schauspieler) und Yannick Reimers (bildender Künstler). Außerdem gibt es Livemusik von der Gruppe Einklang. Für ein wärmendes Lagerfeuer, Getränke und Verpflegung ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden sich unter www.notonsberg.de auf der Website der Glinder Bürgerinitiative gegen rechts.