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Holländischer Investor kauft EAE und sichert Zukunft des Betriebs

Die in die Krise geratene Ahrensburger Firma EAE ist verkauft worden.

Ahrensburg. Das holländische Unternehmen Q.I. Presse Controls B. V. hat die Ewert Ahrensburg Electronic Gmbh mit sofortiger Wirkung übernommen. Damit ist die Fortführung des insolventen Betriebs am Kornkamp, der Druckereien mit Software ausstattet, gesichert.

Über die Kaufsumme ist nichts bekannt. Auch nicht, welchen Anteil an den finanziellen Altlasten der neue 100-prozentige Gesellschafter übernimmt. „Das Angebot war aber so überzeugend, dass der Gläubiger-Ausschuss zufriedengestellt war“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Michael Seidler, der sich erleichtert zeigt. Die Übernahme sei eine positive Nachricht. Vor allem deshalb, weil der Personalbestand von zurzeit rund 100 Mitarbeitern gehalten werden könne. Seidler: „Es gibt eine Bestandsgarantie von einem Jahr. Aber man munkelt schon, dass wir über kurz oder lang sogar wieder einstellen könnten.“

Die Entwicklung in den vergangenen Monaten sei positiv verlaufen. „Wir waren fleißig, haben Aufträge bekommen und volle Auftragsbücher“, sagt der Betriebsratschef. Jetzt könne man wieder für die Zukunft planen. Seidler. „Die Altlasten, die uns gedrückt haben, sind passé. Und mit dem neuen Investor kommt frisches Geld rein.“

Erleichtert ist auch Geschäftsführer Werner Ringel. Er hatte bereits im Dezember 2013 davon gesprochen, dass die schwere Krise überwunden sei und der Betrieb am Kornkamp gute Chancen habe. „Sehr gute. Bei 95 Prozent“, lautete seine Prognose vor drei Monaten, die sich nun bewahrheitet hat. „Es gab drei Interessenten“, sagt Ringel. So konnte die EAE sogar auswählen. „Die Holländer haben das beste Angebot unterbreitet. Und sie verfügen über ein exzellentes Vertriebssystem.“

Da die restlichen Altlasten über die Altgesellschaft und den Insolvenzverwalter geregelt werden, kann das holländische Unternehmen mit der neuen Gesellschaft EAE Engineering Automation Electronic schuldenfrei starten. „Wir gehen in eine sehr, sehr gute Zukunft“, sagt Ringel, der auf Wunsch des neuen Investors Geschäftsführer bleibt.

Die Zukunft wurde jedoch auch teuer erkauft. 59 Mitarbeiter hatten im Dezember die Kündigung erhalten, um mit geringeren Personalkosten günstiger anbieten zu können.