Stormarn
Oststeinbek

Mord in Feldmark: 160 Polizisten suchen Tatwaffe

Beamte durchkämmen Gebiet bei Oststeinbek. Fahnder hoffen weiter auf Zeugen

Oststeinbek. Sie kamen um 10Uhr am Morgen in drei großen Bussen und mehreren Begleitfahrzeugen. Ihr Ziel: der Reinbeker Redder im Hamburger Stadtteil Lohbrügge direkt an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Von dort aus durchkämmten 160 Beamte der Bereitschaftspolizei Eutin am Freitag ein mehrere Hektar großes Areal bis in den Oststeinbeker Ortsteil Havighorst. Dort, auf einem Feldweg am Ende der Ziegeleistraße, hatte eine Spaziergängerin am Mittwoch, 5. März, die Leiche eines 29 Jahre alten Hamburgers gefunden.

Der Mann, ein gebürtiger Afghane mit deutscher Staatsangehörigkeit, wurde mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Sein Auto, ein dunkler 1er-BMW, war am Reinbeker Redder entdeckt worden. Bei der Untersuchung des Fahrzeugs stellten die Beamten fest, dass versucht worden war, es anzuzünden. Trotz intensiver Ermittlungen tappen die Lübecker Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei bei der Aufklärung des Falls noch im Dunkeln.

Taucher sind in einem Teich am Havighorster Weg im Einsatz

Zuletzt hatten Personenspürhunde am Reinbeker Redder eine Spur angezeigt. Jetzt suchten die Polizisten die Tatwaffe sowie ein weißes Handy, das dem Opfer gehörte. Die Beamten schwärmten bei der Suchaktion in mehreren Gruppen aus. Viele waren mit Stöcken ausgestattet, mit denen sie im Unterholz herumstocherten. Auch Taucher waren im Einsatz, suchten in einem Teich am Havighorster Weg nach den Gegenständen.

Polizeisprecher Stefan Muhtz: „Was herausgeholt wurde, hat augenscheinlich nichts mit der Tat zu tun.“ Von den Hinweisen aus der Bevölkerung habe man sich mehr erhofft, sagt er. Das sei alles sehr spärlich. Die 160 Beamten suchten bis in den Nachmittag hinein. Ob es inzwischen nähere Hinweise gibt, darüber wollte die Polizeidirektion Lübeck keine Angaben machen.

Das Opfer wurde zuletzt lebend im Hotel Marienthal im gleichnamigen Hamburger Stadtteil gesehen. Der Mann hatte dort bis Mitternacht gearbeitet. Was danach geschah, ist unklar. Wer den BMW am Reinbeker Redder abgestellt hat, mit wem der 29-Jährige dort hingefahren ist oder ob er dort jemand getroffen hat, ist noch ein Rätsel. Deswegen fragt die Polizei, ob jemand verdächtige Beobachtungen in der Nacht zu Mittwoch, 5. März, am Hotel Marienthal, am Reinbeker Redder oder in der Feldmark gemacht hat. Hinweise nimmt die Lübecker Mordkommission unter der Telefonnummer 0451/131-0 entgegen.