Stormarn
Kommentar

Alle Fakten auf den Tisch für die Chance auf Frieden

Im Laufe des Konflikts um die St. Johanneskirche in Ahrensburg wurde und wird viel zu häufig mit Gerüchten und Halbwahrheiten hantiert. In weiten Teilen hat die Diskussion das Niveau des Stammtisches weit unterschritten.

Ahrensburg. Nahezu zeitgleich gingen am Freitagabend zwei Pressemitteilungen raus: die eine vom Ahrensburger Kirchengemeinderat, die andere vom Förderverein St. Johannes. Der Inhalt ist eher bescheiden, die Wortwahl im zentralen Teil nahezu identisch: „Über die Vertragsinhalte wurde absolute Vertraulichkeit vereinbart.“

Das kennt man aus der großen und kleinen Politik, das kennt man von brisanten und millionenschweren Wirtschafts-Transaktionen. Beide Seiten versuchen, den Eindruck hoher Professionalität zu erwecken.

Es ist zu hoffen, dass es nicht nur ein Eindruck bleibt. Es mag gute Gründe dafür geben, während der Verhandlungen über die Zukunft der von der Entwidmung bedrohten St. Johanneskirche Diskretion zu wahren. Aber spätestens im Falle einer Einigung oder eines Scheiterns gilt: alle Fakten müssen auf den Tisch.

Denn der Kirchengemeinderat sieht sich schon jetzt dem schweren Vorwurf der mangelnden Transparenz ausgesetzt. Es wäre fatal, wenn jetzt auch die andere Seite in Form eines Vereins, der immer auch einen offenen Umgang mit den Fakten forderte, verschwiegen agierte.

Die vielen Gemeindemitglieder und auch die Öffentlichkeit haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie dieser unsägliche Streit, der Ahrensburg weit über seine Grenzen hinaus viele negative Schlagzeilen beschert hat, möglicherweise ein Ende finden soll. Wer als Kirchensteuerzahler oder förderndes Vereinsmitglied finanziell engagiert ist, muss wissen, ob das Geld ausreicht und wofür es eingesetzt wird.

Im Laufe des Konflikts um die St. Johanneskirche wurde und wird viel zu häufig mit Gerüchten und Halbwahrheiten hantiert. In weiten Teilen hat die Diskussion, die natürlich immer auch im Internet geführt wird, längst das Niveau des Stammtisches weit unterschritten: persönliche Anfeindungen und Hetzparolen sind mancherorts an der Tagesordnung.

Das ist durch nichts zu entschuldigen. Aber ein offener und ehrlicher Umgang kann möglicherweise auch bei denjenigen Diskutanten, die nicht sonderlich viel Wert auf sachliche Argumentation legen, für Aufklärung sorgen und ein bisschen Frieden in die arg gebeutelte Gemeinde bringen.