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Verliert Ahrensburg noch mehr Parkplätze?

Investoren wollen auf dem Gelände der Stellflächen an der Alten Reitbahn bauen

Ahrensburg. Mehrere Investoren haben beim Rathaus der Schlossstadt Interesse bekundet, die Fläche des Parkplatzes Alte Reitbahn zu bebauen. Nach Informationen der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn sollen die Pläne auf einem von der Verwaltung anberaumten interfraktionellen Treffen vorgestellt werden, an dem auch die Investoren teilnehmen. Andreas Zimmermann, Pressesprecher der Stadt, bestätigte, dass die Fraktionschefs für den 10. Februar zu einem Treffen eingeladen worden sind. Weitere Informationen wolle das Rathaus dazu nicht geben.

Gegenwärtig werden auf dem knapp 6000 Quadratmeter großen, stadteigenen Gelände werktäglich rund 150 Autos geparkt. Unter den Haltern sind viele Pendler. Im vergangenen Jahr bescherte dies Ahrensburg nach Angaben des Rathauses Einnahmen von rund 60.000 Euro. Aufgrund der geplanten Bebauung des Lindenhof-Geländes am Bahnhof drohen bereits 60 zentrumsnahe Parkplätze verloren zu gehen. Um sie an Ort und Stelle zu ersetzen, hätte die Politik auf den Bau einer zweiten Tiefgaragenebene bestehen müssen. Stattdessen soll nun Ersatz für diese Stellflächen in der Nähe des Grundstücks geschaffen werden. Wo genau, wurde noch nicht festgelegt.

Jörg Hansen, stellvertretender Fraktionschef und baupolitischer Sprecher der Grünen, meint, es dürften in Folge einer Bebauung keine Parkplätze im Zentrum wegfallen. Ihm wäre es recht, wenn dort „preiswerter Wohnraum“ entstünde. Hansen: „Davon brauchen wir immer mehr.“ Peter Egan von der Wählergemeinschaft WAB denkt in die gleiche Richtung: „Da dies ein stadteigenes Gelände ist, sollten wir fordern, dass dort zu 20 oder 30 Prozent Sozialwohnungen gebaut werden.“ Auch er meint, dass dadurch keine Parkplätze verloren gehen dürften.

„Es erschließt sich jedem, dass dort kein Einzelhandel hin passt“, sagt FDP-Fraktionschef Thomas Bellizzi. Wenn, dann sollten dort kleinere, bezahlbare und barrierearme Wohnungen entstehen. Gleichwohl seien die Liberalen offen für alle Vorschläge. „Es ist aber entscheidend, dass die Parkplätze dort oder anderswo in der Innenstadt erhalten bleiben“, sagt auch Bellizzi.

„Ich bin selber gespannt, was uns bei dem Treffen präsentiert wird“, sagt CDU-Fraktionschef Tobias Koch. Die Christdemokraten gingen „ergebnisoffen“ in das Gespräch. Koch sagt gegenüber dem Abendblatt: „Wir haben keine Vorfestlegungen.“ Als 2002 schon einmal Pläne für das Areal in Nähe des Rathauses erarbeitet wurden, hatte sich die CDU für den Erhalt des Parkplatzes ausgesprochen.

Nach Ansicht von Hartmut Möller, Vorsitzender der SPD-Fraktion, ist das Gelände „absolut geeignet für sozialen Wohnungsbau, weil es zentral liegt“. Bereits vor zwölf Jahren hatten sich die Sozialdemokraten für eine Wohnbebauung ausgesprochen. Für die 150 Parkplätze sollte seiner Meinung nach an Ort und Stelle oder auf der gegenüberliegenden Straßenseite Ersatz geschaffen werden.

Auch im Hinblick auf die gesamte Parkplatzsituation fordert Möller „dringend eine Innenstadtplanung“. Koch hingegen sagt, es reiche, bei größeren Bauvorhaben die Verkehrssituation neu zu berechnen und dann Anpassungen im Masterplan vorzunehmen.

Schon jetzt bemängeln Nutzer des Parkplatzes Alte Reitbahn zu wenig Abstellmöglichkeiten im Stadtzentrum. Carsten Ullrich, 27, aus Hamburg, der in der Schlossstadt einen Laden leitet, meint, dies sei die einzige zentrumsnahe und erschwingliche Abstellfläche.

„Ich sehe im Rathausparkplatz keine Alternative, da dieser andauernd belegt ist“, sagt der Großhansdorfer Frank Baaske, 49, dazu, der mit seiner sechsjährigen Tochter Fiona in der Schlossstadt einkaufen möchte. Die Ahrensburgerin Gisela Gandesbergen, 75, sagt, es seien auch in den benachbarten Wohnstraßen nicht ausreichend Stellflächen vorhanden: „Kurz vor acht Uhr morgens ist bereits alles voll.“ Ihre Gäste müssten daher häufig auf den Parkplatz an der Reitbahn ausweichen.