Stormarn
Tralau

Friedhöfe bieten Bäume als letzte Ruhestätte an

Naturnahe Bestattung in Tralau und Rethwisch. Viele haben sich das gewünscht

Tralau. Auf den Friedhöfen in Tralau und Rethwisch werden jetzt Bestattungen unter Bäumen angeboten. „Immer mehr Menschen haben diesen Wunsch geäußert“, sagt der Oldesloer Friedhofsverwalter Jörg Lelke, der auch für diese beiden Gemeindefriedhöfe zuständig ist. Laut Lelke hätte diese Form der Bestattung für viele Bürger etwas Lebendiges. „Beispielsweise wenn die Urne unter einem Apfel- oder Kirschbaum vergraben ist, der im Frühjahr Blüten trägt“, so der Verwalter.

Seit 2010 wird die sogenannte naturnahe Beisetzung auf dem Oldesloer Friedhof angeboten. Seitdem gab es dort 35 solcher Bestattungen. Bis zu drei Urnen können unter einem Laub- oder Nadelbaum vergraben werden. Es sind aber nur Familiengräber möglich.

Auf dem Traulauer Friedhof gab es vor etwa zwei Wochen die erste Bestattung unter einem Baum. „Ein Mann aus der Gemeinde hatte für seine todkranke Frau eine Grabstätte gesucht und fand die Möglichkeit, die es auf dem Oldesloer Friedhof gibt, gut. Wir haben uns dann entschlossen, auch in Tralau und Rethwisch diese naturnahe Bestattung anzubieten“, so Lelke. Weil es aber nur zwei Bäume auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Friedhof in Tralau gab, pflanzten die Gärtner sieben weitere dazu. „In den nächsten Tagen wird es dort eine weitere Beisetzung an einem Baum geben und einen weiteren Baum hat sich ein Mann reserviert“, sagt Lelke. Die Kosten für ein solches Grab sind mit 1650 Euro für 25 Jahre genauso hoch wie für ein gewöhnliches Grab. Allerdings dürfen auf Gräbern unter Bäumen nur Kissensteine oder flache Tafeln gelegt werden.