Stormarn
Ahrensburg

Urlaubsreise ins Rampenlicht

Marco Mattulat aus Ahrensburg besuchte einen Freund – und wurde beim Casting für französischen Kurzfilm entdeckt

Ahrensburg. Er kam, sprach und spielte. Marco Mattulat wollte eigentlich nur seinen Kumpel im südfranzösischen Perpignan zu einem Casting für einen Film begleiten. Doch ehe sich der 17 Jahre alte Ahrensburger versah, bekam er die Rolle selbst – und fand sich mitten in einem Filmdreh wieder.

Marco, der seinen Freund im vergangenen Herbst während der Ferien besuchte, nahm spaßeshalber auch an dem Filmcasting teil. Einige Tage zuvor hatten die beiden Jugendlichen ein Werbeplakat für den Termin in einem Schaufenster entdeckt.

„Ich nahm das Ganze nicht wirklich ernst“, sagt der Gymnasiast, „mir war klar, dass sie mich als Deutschen für die Rolle wohl nicht aussuchen würden.“ Doch gerade sein deutscher Akzent hatte es dem Regisseur offensichtlich angetan. Also lud er den Schüler aus dem Nachbarland zu einem zweiten Vorsprechen ein.

Um ein Haar wäre aus diesem Termin aber nichts mehr geworden. Die Herbstferien neigten sich dem Ende zu, und das Rückflugticket nach Deutschland war bereits gebucht. Die Drehtage sollten außerdem zwei weitere Wochen beanspruchen. „Mein Vater bestand darauf, dass ich zurückkomme, um den Schulanfang nicht zu verpassen“, sagt Marco. Seine Mutter und sein Lehrer setzten sich allerdings dafür ein, den Jungen von der Schule befreien zu lassen. Als sich der Stormarnschüler dann beim Vorsprechen gegen zwei französische Mitbewerber durchsetze, durfte er seine Reise tatsächlich verlängern.

Eine Vorstellung von Filmdrehs hatte der damals 16-Jährige nicht. „Den ganzen Tag wiederholten wir einzelne Szenen, weil ständig etwas nicht stimmte. Entweder war das Mikro im Bild, das Licht zu schlecht, oder es gab Hintergrundgeräusche.“

Die Drehtage seien zwar anstrengend für ihn gewesen. Sie hätten aber genauso viel Spaß gemacht, vor allem die Aufnahmen am Strand. Eine Gage gab es allerdings nicht. Das war für den Schüler aber auch nicht so wichtig. Er sagt: „Ich habe dafür tolle Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen gemacht. Es war ein kleines Abenteuer.“

Beim Schüleraustausch lebte Marco ein halbes Jahr in Südfrankreich

Zu schaffen gemacht hat dem Ahrensburger insbesondere die Aussprache. Sprachkenntnisse und -verständnis waren hingegen kein Problem. Marco Mattulat hat seit der siebten Klasse Französisch-Unterricht. Im Schuljahr 2012/13 war er für einen sechsmonatigen Austausch in Südfrankreich, seitdem spricht er die Sprache fließend.

In Perpignan lernte er da bereits den Jugendlichen kennen, der ihn bei dem Besuch in den vergangenen Herbstferien zum Casting mitnahm. Die beiden waren auf Anhieb gute Freunde geworden. Zwei der sechs Monate wohnte Marco Mattulat sogar bei dessen Familie.

Um gute Freundschaft geht es übrigens auch in dem Kurzfilm „Rêve Moi“. Darin spielt der junge Stormarner den besten Freund des an Liebeskummer leidenden Protagonisten. Der verliebte Teenager vermasselt eine Verabredung mit seinem Traummädchen und lässt sich von seinem besten Freund durch die Krise helfen. Der Einsatz soll sich am Ende lohnen. Das Mädchen bekommt der Junge dann doch noch.

Seinen Berufswunsch habe diese Erfahrung schon ein wenig geprägt, gibt der 17-Jährige zu. „Die Schauspielerei vereint alle meine Hobbys. Ich treibe viel Sport, spiele Gitarre und interessiere mich für Fremdsprachen. All das kann ich beim Spielen nutzen.“

Komplettes Neuland ist die Schauspielkunst für den Schüler ohnehin nicht. Erfahrung auf einer Theaterbühne hat er bereits in der Schule und in der Ahrensburger Jugendtheatertruppe Al Dente gesammelt. Für eine Berufswahl ist es aber noch zu früh. Der 17-Jährige konzentriert sich jetzt erst einmal wieder auf die Schule. Allerdings würde er bestimmt nicht Nein sagen, wenn in Zukunft weitere Rollenangebote kommen sollten.