Stormarn
Moment mal!

Schieben, fegen oder fräsen?

Ein Schnee-Fall von Harald Klix

Besen oder Schneeschieber – das ist hier die Frage. Über Nacht hat es zum ersten Mal in diesem Jahr geschneit, eine weiße Pulverschicht bedeckt Bürgersteige und Grundstückszufahrten. So beginnt der Morgen in den Straßen der Stadt mit ein wenig Frühsport: Die Wege müssen von den zarten Schneeflocken befreit werden, denn es soll ja niemand ausrutschen.

Im Halbdunkel kommen die unterschiedlichsten Techniken zum Einsatz. Ein kräftiger Mann nutzt die Gelegenheit, seinen superleichten Alu-Schneeschieber – pulverbeschichtet und mit Kante aus geräuscharmem Thermoflex-Kunststoff – auszuprobieren. Tatsächlich ist von seiner Arbeit nichts zu hören. Das liegt aber eher daran, dass die Schneemenge überschaubar ist: Nach 30 Metern Bürgersteig ist die Schaufel noch nicht einmal ein Viertel voll. Dafür glänzt der Weg immer noch weiß.

Seine Nachbarin ist erfolgreicher. Sie hat auf den Besen gesetzt und fegt mit rhythmischer Rechts-Links-Bewegung im Akkord. Nach wenigen Minuten schaut sie zufrieden auf ihr Wege-Werk: Kein Flöckchen ist mehr zu sehen.

Nebenan hat sich ein Rentner zu Weihnachten offenbar selbst beschenkt: Startknopf gedrückt, und schon surrt seine Elektro-Schneefräse los. Das Ergebnis steht dem der Besen-Frau in nichts nach. Nur die Einstellung der Wurfweite sollte er überarbeiten, will er in diesem Winter Ärger vermeiden: Der Schnee landet genau auf dem Weg, den seine Nachbarin gerade freigeräumt hat.

Aus ihren warmen Küchen verfolgen die Bewohner einer Reihenhauszeile das frostige Treiben. Ihnen ist es egal, ob die Wolken vom Himmel Regen oder Schnee zur Erde schicken. Sie haben ihre eigene Taktik – und einen Hausmeisterservice beauftragt.