Fünf Frauen weisen den Weg zum Erfolg

Die Volkshochschule Ahrensburg bietet jetzt Workshops zum besseren Auftreten im Berufsleben an.

Astrid Rottmann organisiert die Veranstaltungen zusammen mit Gabriele Fricke, der Gleichstellungsbeauftragten der Schlossstadt. Die Referentinnen sind ausschließlich weiblich, da Frauen eher zu solchen Seminaren kommen. Aber auch für Männer sind viele der Tipps anwendbar. Für das Abendblatt stellt Matthias Schatz die Leiterinnen und ihre zentralen Ziele vor.

Auftritt richtig stylen

Mirjam Liebich bereitet Menschen vor allem auf den ersten Auftritt vor. Denn bekanntlich gibt es keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. „Es geht darum, dem potenziellen Arbeitgeber auch äußerlich zu vermitteln, dass die richtige Person für den Job vor ihm sitzt“, sagt die 35 Jahre alte Stylistin. Egal, bei welcher Art von Firma das Vorstellungsgespräch ist und egal, ob Mann oder Frau: In jedem Fall gelte es, gepflegt zu erscheinen, insbesondere was die Haut, die Hände und die Frisur anbelange.

Dann aber beginnen schon die Unterschiede. Bei moderneren Firmen könne eine lässigere Kleidung getragen werden, bei Traditionsunternehmen sei eine konservative Kleidung angebracht, weiß Liebich. „Der oder die mögliche Vorgesetzte kann daran sehen, ob sich die Person auf das Gespräch vorbereitet hat.“ Die Kleidung sollte aber auch zu der Person passen. So will Liebich dabei helfen, bei der Wahl der Kleidung die richtige Schnittmenge zwischen der eigenen Persönlichkeit und den Erwartungen des Arbeitgebers zu finden.

„Die Bewerberin oder der Bewerber sollten präsent, aber nicht dominant wirken“, rät die Stylistin. Daher sollte eher schlichte Kleidung gewählt werden. „Männer haben es da leichter, weil sie weniger Auswahl haben“, sagt Liebich. Das beginne schon damit, dass sie nicht zwischen Rock und Hose wählen oder darauf achten müssten, dass ihre Kleidung nicht zu sexy wirke.

Sich selbst vermarkten

Natalie Schnack will im abschließenden Workshop der Reihe den Teilnehmerinnen und Teilnehmern rundum vermitteln, wie sie der Welt zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Schnacks zentrales Thema ist die Sichtbarkeit und damit verbunden die Selbstvermarktung und Selbstbehauptung. „Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bewerber sich etwa vor einem Vorstellungsgespräch über das Unternehmen informiert und erkannt haben, dass es eine Firma ist, bei der sie arbeiten wollen“, sagt die 41-Jährige. Schnack arbeitet als Business-Coach und Trainerin.

In spielerischer Form und nicht durch einen Vortrag soll erlernt werden, den Fokus auf sich zu richten und andere von sich zu überzeugen. Schnack: „Es gilt, nicht als Bittsteller oder Bittstellerin aufzutreten, sondern als eine Person, die etwas zu bieten hat.“ Insbesondere Frauen dächten häufig, sie könnten ja schon froh sein, überhaupt einen Job zu haben. „Und genau das strahlen sie dann auch aus.“

Gleichgewicht bewahren

Anke Patzak hat nicht nur als Fachkauffrau für Marketing in leitenden Positionen gearbeitet, sie ist auch Triathletin und begeisterte Marathonläuferin. Sie versteht sich als Coach und Trainerin für Business und Gesundheit. In ihrem Workshop geht es darum, Wege zu entwickeln, um eine gesunde Balance zwischen An- und Entspannung zu finden und zu halten.

Dazu gehört auch eine Selbstsorge, das Kümmern um das eigene Wohlergehen. Eigene Energien und Ressourcen sollen erkannt und aktiviert werden. Dies helfe, anspruchsvolle Herausforderungen und turbulente Situationen leichter zu meistern. Patzak: „Wer sich seinen Bedürfnissen und Kraftquellen bewusst ist, und wer weiß, wie er diese einsetzen kann, der ist auch in der Lage, dem Arbeitsalltag kraftvoll und zufrieden zu begegnen.“

Patzak lebt mit Mann und Kind am Hamburger Stadtrand. Sie kennt sich daher auch damit aus, wie Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren sind

Online individuell sein

Online-Bewerbungen sind ein Massenprodukt“, sagt Inke Stäcker, die bei der Beratungsstelle Frau & Beruf tätig ist. Ihren Workshop will die 47-Jährige, die auch in der Personalabteilung eines großen Lübecker Unternehmens gearbeitet hat, aber auch als Angebot für Männer und ältere Menschen beiderlei Geschlechts verstanden wissen, die unsicher sind oder Hemmungen haben, sich auf elektronischem Weg um eine Position zu bewerben. Stäckers Ziel ist es, ihnen zu zeigen, wie sie trotz der Standardisierungen eine eigene Note in ihre Bewerbung bringen. Dies sei vor allem durch das Anschreiben möglich. Zudem sollen die technischen Möglichkeiten vermittelt werden, etwa, wie Dateien mit Zeugnissen elektronisch versendet werden können.

„Männer gehen in der Regel an Online- Bewerbungen ganz anders heran“, sagt Stäcker. Sie seien selbstbewusster, sie schrecke der Computer weniger. „Manchmal werden sie dadurch aber auch zu forsch, was nicht gut ist.“

Sich authentisch darstellen

„Das große Missverständnis bei der Schauspielerei ist ja, dass die Leute glauben, Menschen etwas vorgaukeln zu müssen, was ihnen nicht entspricht“, sagt Ina Köster. „Dabei geht es in Wirklichkeit darum, die eigene Rolle authentisch auszufüllen.“ Die 44-Jährige muss es wissen, denn sie ist selbst Schauspielerin. Und darüber hinaus Kommunikationstrainerin und Coach, wie es heute im „Business-Denglisch“ heißt.

Mit anderen Worten: Sie hilft Menschen, sicher vor anderen aufzutreten, ihre Körpersprache, Stimme und Sprechweise als Ausdruck ihrer eigenen Persönlichkeit besser zu nutzen. Dazu gehört ihrer Ansicht nach auch, sich über ihre Wirkung auf die Mitmenschen klar zu sein. Es gelte, zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung zu unterscheiden. Köster: „Bei Frauen ist die Eigenwahrnehmung dabei oft schlechter als die Fremdwahrnehmung.“

In ihrem Workshop geht es auch um „Mittelpunktsituationen“. Sie ergeben sich nicht nur bei Vorstellungsgesprächen, sondern auch im Berufsalltag. So könne selbst bei Telefongesprächen der Fokus des Umfelds auf einen selbst gerichtet sein. Ein wichtiges Thema dabei sei auch die Nervosität, die in solchen Situationen bei jedem auftrete. So möchte Köster auch vermitteln, wie diese in eine positive Spannung umgesetzt werden kann. „Beide Geschlechter haben Unsicherheiten“, weiß die Schauspielerin, „aber jeder Mensch hat auch ein großes Potenzial“.