Stormarn
Bad Oldesloe

Bei vier Grad hinein ins Nass – und ins neue Jahr

91 Menschen wagen sich beim Anbaden am Oldesloer Poggensee ins Wasser

Bad Oldesloe. Bei fünf Grad Celsius Luft- und vier Grad Wassertemperatur stürmten am Neujahrstag 91 Menschen zwischen fünf und 86 Jahren beim Anbaden in den Oldesloer Poggensee. zu den Wagemutigen zählte auch die zehnjährige Nina. „Meine Mutter hat mir vom Anbaden erzählt, und da wollte ich mitmachen“, sagt sie. „Ich trinke noch einen Kinderpunsch zum Warmmachen, und dann geht es los.“

Genau wie Nina ist Charlotte zum ersten Mal dabei. „Im Sommer bin ich immer im Freibad und dachte mir, dass das Anbaden bestimmt Spaß macht“, sagt die 13-Jährige. Sven Schröder und Sami El Ebiar sind dagegen schon alte Hasen. Schröder: „Wir machen seit drei Jahren mit. Das ist gut für die Gesundheit, und man bleibt fit.“ Ganz andere Gründe, in den Poggensee zu laufen, hat Bernd Markmann. Der 64-Jährige sagt: „Ich gehe baden, weil ich verrückt bin. Ich bin Saunagänger und habe zu meiner Familie gesagt, dass das kein Problem ist, in den kalten See zu springen.“

Diskjockey versorgt Gäste mit Musik – und mit 50 Liter Erbsensuppe

Doch nicht nur die hartgesottenen Anbader sind gekommen. Viele Schaulustige nutzten das sonnige Wetter, um „den mutigen Schwimmern beim Frieren zuzugucken“, wie Conny Ruckasch aus Reinfeld sagt. Sie macht mit Karola Wester und ihrer Kinderheimgruppe einen Ausflug. „Es ist ein schönes Event am Neujahrstag. Wir sind jedes Jahr mit unserer Wohngruppe hier“, so Wester.

Auch Jan Busch sowie Rosana und Thomas Frahm waren schon öfter beim Anbaden als Zuschauer. „Wir wollen Action in unseren grauen Alltag bringen“, sagt Rosana Frahm und lacht. „Aber ich würde es nicht überleben, hier reinzuhüpfen.“ Manfred und Gabriele Möller sind zum ersten Mal als Beobachter am Poggensee. Ihr Mann und sie wollen die Schwimmer „anfeuern und ermutigen“.

Kai Jesse und Vinzenz Littwin treffen sich seit fünf Jahren am Neujahrstag am Poggensee. „Es ist eine schöne Atmosphäre, es gibt Musik, Essen und Trinken. Das ist super“, sagt Littwin. Tatsächlich herrscht auf der Wiese fast so etwas wie Jahrmarktstimmung. Aus zwei großen Boxen dröhnt Schlagermusik, und an einer Theke werden Würstchen, Erbsensuppe, Glühwein und Kaltgetränke verkauft.

50 Liter Suppe hat Volker Dannehl für das Anbaden gekocht. „Die Vorbereitung mit Schnippeln hat etwa fünf bis sechs Stunden gedauert“, sagt der Oldesloer, der auch für die Musik zuständig ist. „Das macht Spaß. Ich muss ja nicht ins Wasser.“ Seine Frau Marion Arpe hat das Anbaden bereits zum siebten Mal organisiert. Ihre Hoffnung, die 65 Teilnehmer vom vergangenen Jahr zu toppen, hat sich erfüllt.

Trotz des extremen Unterschieds zwischen Körper- und Wassertemperatur haben alle Schwimmer das Ereignis gut überstanden, sodass für die freiwilligen Helfer vom Sanitätsdienst der DLRG Stormarn nichts zu tun blieb. „Aber als Vorsichtsmaßnahme ist es wichtig, dass wir hier sind“, sagt Knut Harder. „Es ist sehr nett hier“, sagt der Hamfelder, der bereits vergangenes Jahr beim Anbaden aufgepasst hat. Die meisten Teilnehmer, Unterstützer und Schaulustigen sind sich einig, dass sie kommendes Jahr wieder mit von der Partie sind.