Hamberge

Bald dürfen Kinder zur Feuerwehr

Neues Brandschutzgesetz soll auch Mitgliedschaft Sechsjähriger erlauben. Helfer stehen vor großer Herausforderung

Hamberge. Zwar muss die Änderung des Brandschutzgesetzes in Schleswig-Holstein noch vom Parlament abgenickt werden, die Feuerwehren in Stormarn rechnen jedoch fest damit, dass es künftig Kinderfeuerwehren im Kreis geben wird. „Damit werden wir uns 2014 beschäftigen müssen“, sagte Ralf Thomsen bei der Mitgliedergliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn in Hamberge. Der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes appellierte dabei auch an die Gemeinden, die freiwilligen Helfer bei der Umsetzung zu unterstützen.

Diese Unterstützung werden die Wehren nach Einschätzung des Stormarner Kreisbrandmeisters Gerd Riemann auch benötigen. „Die Kameraden, die die Kinder künftig betreuen werden, brauchen eine entsprechende Ausbildung. Schließlich müssen wir uns an besondere Vorschriften halten“, so Riemann, der auch darauf hinwies, dass Ausbildung und Betreuung von Ehrenamtlichen geleistet werde müsse.

Dennoch sieht der Kreiswehrführer auch Vorteile für die Wehren. „Es ist richtig, die Kleinen frühzeitig anzusprechen. Schließlich bemühen sich beispielsweise auch Sportvereine um sie“, sagte Riemann. Bisher können Kinder ab zehn Jahre in die Jugendfeuerwehren eintreten. Mit der Gesetzesänderung möchten die freiwilligen Helfer den Nachwuchs ab sechs Jahre für die Feuerwehr begeistern.

Polizei lobt die professionelle Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr in Stormarn

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth betonte bei der Versammlung in Hamberge, dass die Politik hinter den Kameraden stehen werde. „Wir müssen uns Gedanken über die Zukunft der Wehren machen“, so Harmuth. Die Bevölkerung im Kreis werde im Schnitt immer älter. Der Kreispräsident blickte nicht nur in die Zukunft, sondern dankte den freiwilligen Helfer auch für ihr gezeigtes Engagement.

„Nach Amtsantritt bin ich durch die Gemeinden gereist und habe immer nur lobende Worte über die Feuerwehren gehört. Denn die Kameraden sind nicht nur bei Einsätzen vor Ort, sondern spielen auch im gesellschaftlichen Leben eine wichtige Rolle. Sie helfen beispielsweise bei Dorf- und Gemeindefeste“, so Harmuth, der sich auch dafür bei den rund 150 Delegierten bedankte.

Auch die Polizei lobte in Hamberge die Arbeit der Feuerwehren in Stormarn. „Gemeinsam mit der Polizei waren die Helfer während des Sturmtiefs Xaver unermüdlich im Einsatz und haben dabei bewiesen, mit welcher Kompetenz sie ans Werk gehen. Hut ab vor diesem Ausbildungsstandard“, sagte Holger Meincke, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg, die auch für Stormarn zuständig ist.

Ferner betonte der Polizeidirektor, dass die Kameraden all diese Aufgaben in ihrer Freizeit erledigen. „Deswegen gilt der Dank auch an die Familien, die das unterstützen“, so Meincke.

Damit die Wehren weiterhin so professionell arbeiten können, werden die Gemeinden ab 2015 tiefer in die Taschen greifen müssen. Kreisbrandmeister Riemann ließ durchblicken, dass die Beiträge, die die Städte und Gemeinden zahlen, steigen werden. „2014 wird sich noch nichts ändern. Aber im Jahr darauf wird der Beitrag moderat angehoben“, so Riemann. Derzeit zahlt eine Kommune pro Einwohner 20 Cent und pro Feuerwehrmitglied acht Euro pro Jahr. Mit diesem Geld werden zum Beispiel Personalkosten für Hauptamtliche beim Kreisfeuerwehrverband gedeckt und ein Teil der Aus- und Fortbildung. Geräte oder Feuerwehrautos werden separat von den Gemeinden angeschafft.

Digitalfunk soll Mitte des Jahres 2014 kommen

Die Kommunen müssen deswegen dieses Jahr auch die Kosten für die digitalen Sprechfunkgeräte tragen. „Ich rechne fest damit, dass wir Mitte des Jahres den Digitalfunk bekommen“, so Riemann. Bereits 2006 sollte die neue Funktechnik bei der Stormarner Feuerwehr zum Einsatz kommen, jedoch ist der Termin immer wieder verschoben worden. „Die Städte und Gemeinden haben jetzt verbindlich bestellt“, so Riemann, der hofft, dass bis dahin auch die Kommunikation mit der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe besser werde.

Seitdem auch Rettungseinsätze im Kreis Ostholstein aus der Kreisstadt koordinierten werden, hatte es immer wieder Schwierigkeiten gegeben. Wie berichtet, gab es dort Probleme wegen Personalmangels. „Jetzt haben wir ausreichend Mitarbeiter gefunden“, sagte Landrat Klaus Plöger. Was noch fehlt, ist ein Leiter. Sobald dieser gefunden ist, möchte sich Gerd Riemann mit ihm an einen Tisch setzten und Arbeitsweisen abstimmen.