Großhansdorf

Verdacht: Norovirus im Altersheim

Angehörigen wurde Weihnachten von dem Besuch in der Großhansdorfer Wohnanlage abgeraten

Großhansdorf. Der Spender, in dem die Desinfektionsflüssigkeit hängt, ist mannshoch. Mittig steht er im Eingang zum Essbereich in der Seniorenwohnanlage Rosenhof 1. Am frühen Heiligabend ist laut Geschäftsführer Andreas Schaps in der Großhansdorfer Anlage bei einem Bewohner eine schwere Magen-Darm-Erkrankung ausgebrochen, sodass die Leitung unterschiedliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hat. Von einer berichtet der Sohn eines Bewohners, er will namentlich nicht genannt werden: „Angehörige wurden telefonisch informiert, dass es vernünftig wäre, auf den Besuch während der Weihnachtstage komplett zu verzichten.“ Die Begründung einer Mitarbeiterin sei gewesen, dass mittlerweile rund 40 Bewohner an Brechdurchfall erkrankt seien.

Andreas Schaps bestätigt, dass es im Rosenhof 1, in dem es 245 Senioren-Wohnungen gibt, mehrere Verdachtsfälle gegeben hat: „Ob es sich um den Norovirus handelt, steht noch nicht fest.“ Dem Gesundheitsamt habe man den Verdacht aber bereits gemeldet, eine Untersuchung im Labor stünde noch an. Schaps: „Der Mitarbeiter des Gesundheitsamtes hat uns gesagt, dass der Virus derzeit in Norddeutschland grassiert.“ Bereits vor einigen Wochen habe es eine Infektionswelle in der Anlage Rosenhof 5 in Ahrensburg gegeben. Der Virusherd konnte nicht gefunden werden. Schaps: „Das Essen können wir ausschließen.“ Die Speisen würden auf mehr als 70 Grad erhitzt werden. Und ab dieser Temperatur sterbe der Erreger ab.

Andreas Schaps: „Für solche Fälle haben unsere Mitarbeiter ein Hygieneprogramm.“ Dazu gehören laut dem Geschäftsführer umfangreiche Desinfektionen, stündliche Reinigung der öffentlichen Toiletten sowie die Information der Bewohner und Angehörigen. „Der Norovirus ist ansteckend, und über die Feiertage ist der Besucherverkehr viel höher, das kann natürlich die Infektionsrate erhöhen.“ Besucher seien trotzdem über die Feiertage in der Anlage gewesen. „Wir wollen und können niemandem etwas verbieten, sondern lediglich Verhaltenstipps geben.“

Laut des Robert-Koch-Institutes ist der Norovirus hochansteckend. Selbst noch Wochen, nachdem der Patient keine Symptome mehr hat, kann er die Viren weitergeben. Der Virus ist zudem überaus resistent. Nach einer Inkubationszeit von sechs Stunden bis zwei Tagen bricht die Infektion aus. Zu den Symptomen gehören heftiger Durchfall und Erbrechen. Meist klingt die Infektion nach drei Tagen ab.

Über Erkrankungen mit der schweren Form des Brechdurchfalls muss nur in Ausnahmefällen (Arbeiter in der Lebensmittelindustrie und Epidemien) das Gesundheitsamt informiert werden. Im vergangenen Jahr wurden allein in Schleswig-Holstein 3013 Fälle gemeldet.