Drei Jobs mit Naserümpf-Effekt

Der Müllmann: „Die Arbeit merkt man abends in den Knochen“

Andy Bläsing, 35, hat seinen Traumberuf gefunden.

Schon als Kind wollte er Lkw-Fahrer werden. Und tatsächlich steuert er jeden Wochentag einen Lastwagen durch halb Stormarn. Dass er damit Tonnen von Müll transportiert, ist für den Dassower kein Grund, weniger stolz darauf zu sein.

Der Müllwerker arbeitet seit sieben Jahren für das Entsorgungsunternehmen Otto Dörner, davor fuhr er Altpapier in Hamburg. „Natürlich war das ein bisschen angenehmer. Vor allem im Sommer kann der Müll schon mal ganz schön stinken.“ Aber auch Regen und Schnee machen die Arbeit nicht gerade zu einem Vergnügen. Oder Schreckmomente wie im vergangenen Jahr, als Andy beim Saubermachen des Heckteils die Augen eines totes Wildschweins entgegenblickten. „Es ist manchmal schon seltsam, was Leute alles in den Müll werfen.“

Andy Bläsings Arbeitskollege Vladimir Nai, 40, ist seit sechs Jahren gemeinsam mit ihm unterwegs. Sie wechseln sich beim Fahren des Lkw und Entladen der Mülltonnen ab. „Bei unserer großen Tour durch Ahrensburg machen wir aber auch beides. Das heißt: fahren, aussteigen, entladen, wieder einsteigen. Und das bis zu 200-mal am Tag. Das merkt man abends in den Knochen.“ Abfällige Bemerkungen über ihre Berufsgruppe kann Bläsing nicht nachvollziehen. „Wenn es uns nicht gäbe, wären die Straßen voller Ratten und Abfälle. Jeder Mensch produziert Müll. Und wir sorgen dafür, dass er fachgerecht entsorgt wird.“ Ein Manager mit Topgehalt wäre er auch gern geworden, aber nun sei es eben so, wie es ist. „Ich bin zufrieden. Ich kann meine Familie ernähren, meine Rechnungen bezahlen, werde gebraucht. Was will ich denn mehr?“

Morgens um sechs startet die Tour, und wenn alles gut läuft, ist er schon am frühen Nachmittag wieder zu Hause. Dann hilft er seiner Frau im Haushalt. „Ich sauge und putze jeden Tag. Dreck kann ich nämlich gar nicht leiden.“