Ahrensburg

Gutachten fürs Rohrbogenwerk

Ahrensburg lässt prüfen, ob die alte Produktionshalle zum Kulturtreffpunkt umgebaut werden kann

Ahrensburg. Lässt sich aus der alten Produktionshalle des Rohrbogenwerks an der Brückenstraße in Ahrensburg eine Kulturstätte machen oder nicht? Darüber streiten sich Besitzer Christopher Kroschke, Geschäftsführer der Rohrbogenwerk Immobilien GmbH, und die Stadt. Jetzt soll eine Machbarkeitsstudie die Frage beantworten. In dem Gutachten soll detailliert geklärt werden, ob eine kulturelle Nutzung an dem Standort sinnvoll ist. Heißt konkret: Wird es ausreichend Gäste und Angebote geben und kann sich eine kulturelle Nutzung auf dem Gelände auch finanziell rentieren?

Für die Machbarkeitsstudie hatte sich die Stadtverwaltung ausgesprochen. Im Bauausschuss hatten die Mitglieder mehrheitlich, aber nicht einstimmig für die Machbarkeitsstudie votiert, sagt der Ausschussvorsitzende Hartmut Möller (SPD). 7500 Euro wird die Studie laut Verwaltung kosten. Einen Gutachter hat die Stadt noch nicht ausgewählt. Rathaussprecher Andreas Zimmermann: „Es werden derzeit Gespräche mit mehreren Experten geführt.“ Es sei im Interesse der Stadt, den Auftrag zeitnah zu vergeben. In zwei bis drei Monaten, so hoffen die Verantwortlichen im Rathaus, sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen.

Das Rohrbogenwerk wurde 2003 stillgelegt. Im Mai 2012 kaufte Christopher Kroschke, Sohn des Ahrensburger Unternehmers Christoph Kroschke, das 14.000 Quadratmeter große Gelände von der britischen Eigentümerin. Sein Ziel: der Bau von günstigen Wohnungen und einem Handwerkerhof. Kroschke: „Wir haben immer wieder Anfragen von Handwerken, die Gebäude zur Miete suchen.“ Die Stadt änderte daraufhin den Bebauungsplan, sodass Kroschke auf dem Gelände dreistöckige Gebäude bauen kann. Dafür gab die Verwaltung die Vorgabe, dass die alte Produktionshalle für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden sollte.

Anfang 2013 kam es deswegen erstmals zu Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Politik auf der einen und dem Investor auf der anderen Seite. Der rückte nämlich immer weiter von der kulturellen Nutzung ab, zweifelte schlussendlich den generellen Erhalt der Halle an. Ein Architekt habe bestätigt, dass die Halle nicht erhaltenswert sei, sagte er dem Abendblatt.