Bad Oldesloe

Stormarn rüstet sich für den Sturm

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Claas Greite und Can Gabsha

Tief „Xaver“ ist im Anmarsch. Rettungsleitstelle stockt das Personal auf, Deutsche Bahn rechnet mit Zug-Ausfällen

Bad Oldesloe. Der Kreis Stormarn bereitet sich auf das Sturmtief „Xaver“ vor, das laut Prognosen am heutigen Donnerstag die Region erreichen wird. Die Leitstelle in Bad Oldesloe, die die Feuerwehren und die Rettungsdienste koordiniert, stockt das Personal auf. Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass Züge ausfallen oder verspätet fahren könnten. Die Stadt Bad Oldesloe hat das für Donnerstagabend geplante Nikolaus-Shopping abgesagt. Weihnachtsmärkte unter freiem Himmel rüsten sich für den Sturm, teilweise fällt der Verkauf aus. Wegen des Unwetters könnte auch die Schule in Stormarn ausfallen.

In der Stormarner Kreisverwaltung liefen am Mittwoch die Vorbereitungen. „Wir planen die Besetzung der Rettungsleitstelle. Tagsüber sind normalerweise fünf bis sechs Mitarbeiter im Einsatz, wir gehen wohl auf das Doppelte herauf“, sagt Anja Kühl, in der Kreisverwaltung zuständig für den Katastrophenschutz. Die Nacht-Besetzung werde von zwei auf bis zu zehn Mitarbeiter aufgestockt. „Außerdem weisen wir die Feuerwehren an, ihren Funkverkehr auf das Nötigste zu beschränken“, sagt Anja Kühl. So werde vermieden, dass der Funkkanal blockiert wird.

In Schleswig-Holstein sei „mit Einschränkungen oder Ausfällen des Zugverkehrs zu rechnen“, heißt es vonseiten der Deutschen Bahn. Zusätzliches Personal und Busse für den Ersatzverkehr würden bereitgestellt. Bahnreisende können sich unter der Telefonnummer 0180/6996633 informieren.

Die Feuerwehren in Stormarn sind „einsatzbereit und auf alles vorbereitet“, sagt der Kreisfeuerwehrsprecher Otto Heydasch. Die Brandschützer rechnen damit, dass „Bäume umstürzen und eventuell Menschen gerettet werden müssen“. In den Wachen würden aber keine Bereitschaften eingerichtet. Eine Ausnahme stellt die Reinbeker Wehr dar. „Wir überlegen, das in Eigenregie zu tun“, sagt Gemeindewehrführer Karsten Hein. So habe man es in Reinbek auch während des Sturmtiefs „Christian“ im November gemacht. Damals waren 14 Feuerwehrleute in der Wache. Üblicherweise ist die Station unbesetzt, die Besatzung wird für Einsätze erst alarmiert. Die Feuerwehren raten Bürgern, Wälder und Alleen zu meiden – auch Stunden nach dem Unwetter könnten Äste herunterfallen. Für Autofahrer gebe es erhöhte Gefahr im Bereich von Brücken und Tunneln.

Ob die Schule in Stormarn wegen des Unwetters ausfällt, war am Mittwoch noch nicht klar. Die Entscheidung trifft das Bildungsministerium in Kiel. Dessen Sprecher Thomas Schunck sagt: „Wir stehen im Dauerkontakt mit dem Lagezentrum der Polizei.“ Eltern können sich über die Telefonnummer 0800/1827271 informieren oder über die Webseite des Ministeriums. Thomas Schunck sagt auch: „Die Eltern haben die volle Freiheit, selbst zu entscheiden. Sie sollten das auch tun und die Lage für sich beurteilen.“

In Bad Oldesloe ist schon eine Entscheidung gefallen: Der für den Donnerstagabend geplante Nikolaus-Shopping-Abend fällt aus. „Die angesagten Windstärken machen das Aufbauen von Zelten und eine Veranstaltung in der Innenstadt nicht möglich“, heißt es in der Stadtverwaltung.

Auf Gut Basthorst wird der Verkauf der Weihnachtsbäume am Donnerstag und Freitag ausfallen. Zudem werden auf dem Weihnachtsmarkt einige Zelte abgebaut. Auf dem Erdbeerhof Glantz in Delingsdorf wird der Weihnachtsbaum-Verkauf ebenfalls eingestellt. Die Zelte werden besonders gesichert. Ob es Einschränkungen für den Weihnachtsmarkt am Reinbeker Schloss gibt, wird sich am Donnerstag klären.

Kaum Einschränkungen soll es für den Ahrensburger Weihnachtsmarkt geben. „Wir machen unseren Glühwein-Stand windfest“, sagt Peter Kahlert vom Bürgerverein. Andere Stände treffen gar keine Vorbereitungen.

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