Stormarn
Ahrensburg

Armut gibt es nicht nur in Afrika, sondern auch in Deutschland

Kinder der Ahrensburger Schule Am Heimgarten haben 10.000 Euro für die Aktion Menschen für Menschen gespendet. Richtig so. Gut ist aber auch, dass sie zudem Geld für schuleigene Projekte sammeln.

Ahrensburg. Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Daran erinnerte der Dankesbesuch des Top Models Sara Nuru in der Ahrensburger Schule Am Heimgarten, auch wenn die Kinder, die dort unterrichtet werden, das Geld für Äthiopien schon im September gewissermaßen zusammenliefen. In den nächsten Tagen und Wochen erhalten nun auch die Haushalte verstärkt Spendenbriefe, und für die Taifun-Opfer auf den Philippinen wird bereits eifrig gesammelt.

Keine Frage, das ist alles richtig und gut und meist auch notwendig. Dennoch, es droht bei vielen international angelegten Aktionen in Vergessenheit zu geraten, dass es auch eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen in Deutschland gibt, die hilfsbedürftig sind. In einem der reichsten Länder der Welt müssen beispielsweise rund 1,5 Millionen Einwohner von etwa 900 Tafeln gespeist werden, weil sie sich nicht genug zum Essen kaufen können. Knapp ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Sie sind an dieser Situation genauso wenig Schuld wie die Kinder in Äthiopien an ihrer Lage.

Sara Nuru will deutschen Schülern, wie sie sagte, auch vermitteln, wie gut sie es hätten. Auch das ist richtig und gut. Aber die Schüler und Schülerinnen in vergleichsweise wohlhabenden Kreisen wie Stormarn sollten auch lernen, dass es hierzulande Missstände gibt, gegen die es sich zu engagieren gilt. Um so erfreulicher, dass ein Teil der Spenden, die die Kinder der Heimgartenschule sammeln, für Projekte an der eigenen Schule verwendet wird.