Kommentar

Gegeneinander statt Wir-Gefühl

„Verwaltung und Kaufleute streiten über Kosten für Weihnachtsbeleuchtung“: Diese Zeile stand vor genau einem Jahr über einem Bericht der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn zum Ahrensburger Sternen-Zwist.

Dass der Titel unverändert gilt, macht deutlich: Beide Seiten haben zwölf Monate verschlafen. Und irgendwie steht der Dezember immer wieder völlig überraschend vor der Tür: Schon vor Jahrzehnten gehörte die Debatte um die inzwischen verschrottete Lichterkrone auf dem Rondeel zur Adventszeit wie der Glühwein.

Im Sommer 2011 waren Stadtforum und Rathaus noch ein Herz und eine Seele: Seite an Seite standen die Vertreter, als Paten für leuchtende Weihnachtssterne gesucht wurden. Auch dank prominenter Unterstützung von Pianist Axel Zwingenberger und Kabarettist Horst Schroth kam die Idee gut an: Geschäftsleute und Privatbürger sponserten 140 der jeweils 350 Euro teuren Sterne mit Namensschild. Nicht nur die Spender, sondern auch viele andere Ahrensburger schütteln jetzt den Kopf darüber, dass diese Aktion zur Stärkung des Wir-Gefühls im Dauerstreit endet.

Alle Beteiligten müssen sich sofort zusammensetzen, um eine vertragliche Regelung festzuzurren – und zwar für möglichst viele Jahre. Denn eines steht bei allem romantischen Lichterglanz außer Frage: Verwaltung und Politik müssen in Ahrensburg weitaus wichtigere Projekte voranbringen, als sich alljährlich wochenlang damit herumzuärgern, wer denn jetzt die Weihnachtsbeleuchtung aufhängt.