Reinbek

Reinbek stärkt Kulturprogramm

Das Wortfest am 8. November ist Auftakt des Kulturwinters. Auch viele Veranstaltungen im Sachsenwald-Forum

Reinbek. Genau ein Jahr, nachdem Bürgermeister Axel Bärendorf mit der Einstellung Elke Güldensteins einen Neuanfang für Reinbeks Kulturszene prophezeit hatte, will die Kulturmanagerin der Stadt diesen jetzt mit zwei Großprojekten bestärken. Neben dem Kulturwinter, der diverse Veranstaltungen in den örtlichen Kulturstätten umfasst, soll das Wortfest am Freitag, 8.November, Familien für Literatur begeistern. Die Förderung der Literatur ist eines der zentralen Themen des Konzeptes, das Güldenstein im Februar vorgelegt hatte.

Das Wortfest im Schloss Reinbek läuft unter dem Motto „ Leben – Liebe – Tod“ und wird initiiert von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Friedrich-Bödecker-Kreis, der in den 1950er-Jahren in Hannover von Lehrern gegründet wurde. „Nach dem Krieg sollten Schüler Autoren kennenlernen und an die Literatur herangeführt werden“, sagt Margrit Ehbrecht, die Zweite Vorsitzende des Kreises, die das Fest organisiert.

Rund 130 Schüler der Reinbeker Grundschulen, der Gemeinschaftsschule und des Gymnasiums werden ab 4.November an Schreibwerkstätten teilnehmen. Die Autoren Selim Özdogan, Leda Forgo, Anila Wilms und Dirk Walbrecker leiten die Workshops. „Die Schüler werden einzeln oder in Gruppen Texte schreiben“, sagt Ehbrecht.

Die Grundschüler präsentieren ihre Ergebnisse am Freitag, 8. November, von 17 bis 19 Uhr im Hofsaal und im Festsaal des Schlosses. Die Autoren Forgo und Walbrecker lesen zum Schluss aus ihren eigenen Werken. Was bei den Workshops in den weiterführenden Schulen herausgekommen ist, erfahren Besucher zwischen 18 und 19.30 Uhr im Stormarnzimmer, in dem später Anila Wilms lesen wird. Da nicht alle Schüler ihre Ergebnisse vortragen werden, wird der Rest auf Schautafeln ausgestellt.

„Unser Ziel ist es, mit dem Projekt einen großen Kreis Literaturbegeisterter anzusprechen“, sagt Güldenstein. Das Lesefest umfasst daher weitere Veranstaltungen: Die Bücherfreunde Wentorf bieten in Kooperation mit den Bücherfreunden Reinbek von 19 bis 20.15 Uhr eine kreative Schreibwerkstatt für Erwachsene im Gottorfzimmer an, die Indira Wirths-Kosub leitet. Von 19.30 bis 20.15 Uhr können Besucher im Stormarnzimmer Slam Poetry kennenlernen. Den Vortragswettbewerb präsentiert der Hamburger „Satzsucher“ Thomas Langkau gemeinsam mit den Nachwuchspoeten Pia und Felix.

Die Autorin Dagmar Fohl liest um 20.30 Uhr im Festsaal aus ihrem neuen Roman „Palast der Schatten“, der in der Zeit des Ersten Weltkrieges spielt. Begleitend werden Ausschnitte aus Stummfilmen gezeigt. Der Eintritt kostet acht Euro, Karten gibt es im Sachsenwald-Forum (Hamburger Straße) und an der Abendkasse. Die anderen Veranstaltungen des Lesefestes können kostenlos besucht werden.

Während des Festes gibt es im Erdgeschoss des Schlosses Snacks und Getränke. Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren können von 17 bis 19 Uhr im Großen Kaminzimmer zuhören, wie Lesepaten aus Kirsten Boies Buch „Der kleine Ritter Trenk“ vorlesen.

Das Wortfest ist der Auftakt des Kulturwinters, einer Reihe, die Veranstaltungen im Schloss und in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt umfasst – und im Sachsenwald-Forums, dem zuletzt wegen der hohen Kosten für die Stadt die Schließung gedroht hatte. „Das Programm ist im Vergleich zum Kulturwinter noch umfangreicher geworden“, sagt Güldenstein.

Der Kulturwinter umfasst unter anderem einen A-Capella-Abend mit der Gruppe Ferrari Küsschen am 15.November (Eintritt: ein Euro), die Märchen Dornröschen und Wilmas Weihnachten am 10. und am 18. Dezember (Eintritt je fünf Euro), die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am 11. Dezember (ab 30 Euro) sowie einen Auftritt des Hamburger Ensembles Elbfräulein am 19. Januar (15 Euro).

Begleitend gibt es während der Wintermonate im Schloss diverse Ausstellungen, einen Weihnachtsmarkt sowie Filmvorführungen im Sachsenwaldforum. Die Kamingespräche zum Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar (wirklich?)“ am 27. November leitet deren Initiator Professor Rolf Bettaque.