Hoisdorf

Hoisdorfer Altenheim wird zwangsversteigert

Anlage Am Waldessaum steht seit Jahren leer. Verkehrswert liegt bei drei Millionen Euro

Hoisdorf. Die ehemalige Altenpension Am Waldessaum in Hoisdorf wird Anfang November zwangsversteigert. Es ist nicht der erste Versuch, für die an der Waldstraße gelegene Immobilie auf diesem Weg einen Käufer zu finden. Deshalb fallen die gesetzlich vorgeschriebenen Wertgrenzen in dem Verfahren weg. Das Areal ist jetzt auch für weniger als 50 Prozent des Verkehrswerts von drei Millionen Euro zu haben. Diese Summe hatte ein Immobilien-Sachverständiger aus Hamburg im September 2008 in seinem Gutachten ermittelt.

Das idyllisch gelegene Grundstück ist knapp 6000 Quadratmeter groß. Die Hälfte davon nimmt ein Teich ein. Das Gebäude steht sein gut fünf Jahren leer. Der Betreiber, die Altenpension Am Waldessaum GmbH, hatte Insolvenz angemeldet. Zuvor hatten die damaligen Eigentümer bereits Teile des ursprünglich deutlich größeren Grundstücks verkauft. In der Nachbarschaft sind so einige Neubauten entstanden.

Ein weiteres Wohngebiet möchte die Gemeinde allerdings verhindern. „Im B-Plan ist klipp und klar festgelegt, dass der Standort als Alten- und Pflegeheim erhalten bleibt“, sagt Bürgermeister Dieter Schippmann von der Dorfgemeinschaft Hoisdorf (DGH). Festgeschrieben ist ebenfalls, dass der Teich und die Sträucher am Ufer sowie drei alte Laubbäume geschützt sind.

Interessenten für die Immobilie hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Einige erkundigten sich auch bei der Gemeinde nach konkreten Nutzungs- und Veränderungsmöglichkeiten. „Einer hat sogar ein neues Musterzimmer einrichten lassen, das besichtigt werden konnte“, sagt Schippmann. Doch auch dieses Projekt kam nicht über das Ideenstadium hinaus – offenbar scheiterte der Plan letzten Endes an der Finanzierung.

Dabei halten es die Gemeindevertreter für durchaus wünschenswert, dass sich auf dem Gelände etwas tut. „Wir wollen dort natürlich auch keine Ruine“, sagt Bürgermeister Schippmann. Über eventuelle Umbauten und Modernisierungen könne man jederzeit sprechen.

Dass dringend etwas gemacht werden muss, steht außer Frage. So schrieb der Gutachter schon 2008: „Der gesamte Gebäudekomplex ist von der Ausstattung her veraltet und müsste den heutigen Standards und Ansprüchen angepasst werden, um auf Dauer weiter wirtschaftlich betrieben werden zu können.“ Vor allem müssten Zimmer und Bäder von Grund auf renoviert werden. Größere Umbauten sind zudem unvermeidbar, da viele Zimmer überhaupt kein eigenes Bad haben.

Das Hauptgebäude wurde Ende der 1950er-Jahre errichtet und war ursprünglich eine Gaststätte. Die beiden Anbauten kamen Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre hinzu. Damit vergrößerte sich die Kapazität des Altenheims auf mehr als 50 Zimmer. Die gesamte Nutzfläche beträgt knapp 1800 Quadratmeter.

Die Zwangsversteigerung ist für Montag, 4. November, im Ahrensburger Amtsgericht (Königstraße11) vorgesehen. Das Verfahren beginnt um 9 Uhr.