Bad Oldesloe

Park in Bad Oldesloe vor Verkauf?

Für das Grundstück am Stadion gibt es zwei Interessenten. Grüne und SPD wollen Veränderungssperre durchsetzen

Bad Oldesloe. In die Auseinandersetzung um die Grünfläche hinter dem Oldesloer Trave-Stadion kommt Bewegung. Nach Abendblatt-Informationen gibt es zwei Interessenten, die das Grundstück gern kaufen würden, das zurzeit noch dem Kreis gehört. Einer der Investoren soll aus Bad Oldesloe, der andere aus Süddeutschland kommen. In Bad Oldesloe regt sich derweil Widerstand gegen eine mögliche Rodung mehrerer Bäume und eine Bebauung. Grüne und SPD wollen eine Veränderungssperre für das Gebiet durchsetzen, die mindestens zwei Jahre gelten würde. Widerstand kommt auch von den Anwohnern: „Wir haben schon mehr als 800 Unterschriften gegen eine Bebauung gesammelt“, sagt Gudrun Behnsen-Katenhusen, die an der Straße Am Stadion wohnt.

Zunächst muss der Kreis entscheiden – dass er das rund 6000 Quadratmeter große Gelände verkaufen will, ist aber schon länger bekannt. Auf einer Internetplattform lief ein Bieterverfahren für das Gelände, das eine Million Euro wert sein soll. Der Kreis will mit dem Verkauf seine Finanzen aufbessern. Der Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss wird sich am Dienstag, 29. Oktober, erneut mit der Frage beschäftigen. „Ich denke schon, dass es für einen Verkauf eine Mehrheit gäbe“, sagt Ausschussmitglied Jörg Hansen (Grüne). Ein Grund dafür sei, dass der Kreis mit „dramatischen finanziellen Einbußen“ rechnen muss, wenn das umstrittene Gesetz zum kommunalen Finanzausgleich beschlossen wird. In Stormarn gibt es gegen die Pläne von Innenminister Andreas Breitner (SPD) massive Widerstände, weil der Kreis künftig mit deutlich weniger Geld auskommen müsste (wir berichteten).

Ein Verkauf ist also wahrscheinlich – nach Abendblatt-Informationen könnte er bis Ende dieses Jahres beschlossen werden. Ob allerdings auf dem Gelände jemals gebaut werden darf, entscheidet sich dann auf städtischer Ebene. Zurzeit gibt es keinen Bebauungsplan für das Grundstück, das Anwohner „Max-Karl-Schwarz-Park“ nennen – nach dem verstorbenen Worpsweder Gartenarchitekten, der das Gelände im Jahr 1956 angelegt hatte. Das bedeutet: Ein möglicher Investor könnte nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches bauen, solange sich sein Vorhaben in die Umgebung einfügt.

Genau diesen Zustand wollen SPD und Grüne ändern und so schnell wie möglich die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen. Der Bauausschuss kommt deshalb am 29.Oktober zu einer Sondersitzung zusammen, am selben Tag, an dem auch der Ausschuss auf Kreisebene über das Thema berät. Entschließt sich der Oldesloer Ausschuss für die Aufstellung, dann ist auch der Weg frei für eine sogenannte Veränderungssperre, die schon in der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 4. November, beschlossen werden könnte. Sie würde für zwei Jahre gelten und könnte noch einmal verlängert werden.

„Ich hoffe, dass wir eine Mehrheit für das Vorhaben bekommen. Denn es gibt Signale, dass die Investoren Fällungen vornehmen würden“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann. Dazu sagt der CDU-Fraktionschef Horst Möller: „Wir werden darüber in der Fraktion beraten. Grundsätzlich halten wir es für sinnvoll, einen Bebauungsplan aufzustellen, damit man als Stadt Einflussmöglichkeiten hat.“ Er sagt auch: „Wir könnten uns eine sehr moderate Bebauung vorstellen. Aber die wäre nicht gegen die Bürger durchsetzbar.“ Möller verweist zudem darauf, dass diese die Möglichkeit hätten, im einem Bebauungsplan-Verfahren Stellungnahmen abzugeben.

Gudrun Behnsen-Katenhusen hofft indes, dass es gar nicht zu einer Bebauung kommen wird. „Wir sind der Meinung, dass das Grundstück ein öffentlicher Park werden sollte. Denkbar wäre zum Beispiel, dass eine Stiftung das Gelände kaufen könnte, wenn der Kreis es schon veräußern will.“

Nach Ansicht der Anwohner sind die Bäume besonders schützenswert, ebenso wie die Anlage, die einst zum Gelände der Landwirtschaftsschule gehörte, die heute eine Berufliche Schule ist. Die Hoffnung, dass der Park ein Gartendenkmal ist, hat sich mittlerweile allerdings zerschlagen. Auch nach Auffassung der Landesforstbehörde sind die Bäume „nicht besonders schützenswert“, wie Klaus Lorenzen es formuliert. Er ist der für Stormarn zuständige Sachbearbeiter. Er sagt aber auch: „Ob der Park erhalten wird oder nicht, ist Sache der Stadt.“