Großhansdorf

Großhansdorf wird grüner

Klimaschutzkonzept der Gemeinde sieht energetische Sanierung 15 öffentlicher Gebäude vor

Großhansdorf. Der Großhansdorfer Bürgermeister Janhinnerk Voß will künftig den Energieverbrauch im Rathaus senken. Dazu erwägt er, die Fassade und den Eingangsbereich des Baus besser dämmen sowie eine neue Heizung und neue Fenster einbauen zu lassen. Die ins Auge gefasste Renovierung wird momentan als Teil eines Klimaschutzkonzepts entwickelt, das die energetische Sanierung von 15 Immobilien der Gemeinde zum Ziel hat.

Im Dezember 2009 und im Februar 2012 hatte die die Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn Wärmebildaufnahmen von Rathäusern, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden im Kreis Stormarn gezeigt. Darauf war zu sehen, dass viele von ihnen unzureichend gedämmt waren und dort insbesondere in den Wintermonaten reichlich Energie verschwendet wurde. Darunter war auch das Großhansdorfer Rathaus. Der Energieberater Thomas Lange, der selbst aus Großhansdorf kommt, monierte vor allem den Eingangsbereich des Gebäudes. „Der große Schwachpunkt ist die Tür, die im Bild rot hervor scheint“, sagte Lange damals. Es sei zu überlegen, ob die dortigen Verglasungen ausgetauscht werden sollten.

„Wir sind noch ganz am Anfang und dokumentieren zunächst den Verbrauch, um später Vergleichsdaten zu haben“, sagte Janhinnerk Voß nun. Konkrete Vorschläge würden im ersten Halbjahr 2014 vorliegen. „In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll dann in den politischen Gremien entschieden werden, welche energetischen Sanierungen wo vorgenommen werden.“ Geprüft würden alle Gebäude der Gemeinde, die vor 1995 errichtet worden sind. Neben dem Rathaus, das 1961 entstand und in den 1980er Jahren renoviert wurde, sind dies beispielsweise der Bauhof, die Friedhofsbauten, der Waldreitersaal und die vier Schulen der Gemeinde.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin gefördert. Die Federführung liegt bei Heinke Mulsow, die im Großhansdorfer Rathaus für Umweltangelegenheiten zuständig ist. Ihre Abteilung beauftragt nun Ingenieurbüros, Untersuchungen vorzunehmen und Gutachten zu erstellen. Die werden an eine „Arbeitsgemeinschaft Energiekonzept“ weitergereicht, die extra aus diesem Anlass gegründet wurde und die darauf basierende Empfehlungen abgeben wird. Voß: „Das zeigt, wie wichtig uns das Thema ist.“ In dem Gremium, in dem „Vorabberatungen stattfinden“, säßen sowohl Vertreter der Gemeinde als auch des Schulverbands.

Die Heizkosten für das Großhansdorfer Rathaus sind nach Mulsows Angaben in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2010 lagen sie noch bei 9000 Euro, ein Jahr später bei 12.000 und 2012 bei 17.000 Euro. Ursache der Mehrausgaben sind neben steigenden Ölpreisen längere und kältere Winter. „Wir denken auch darüber nach, das Gebäude künftig mit einer Heizungsanlage auszustatten, die nicht mehr mit Öl, sondern mit Gas befeuert wird“, sagte Mulsow.

Nach Voß’ Aussage muss auch geklärt werden, ob bestimmte Gebäude zuerst erneuert werden oder alle gleichzeitig. „Das hängt davon ab, ob beispielsweise durch die Flachdachsanierung an Turnhallen mehr Geld gespart werden kann als durch die bessere Dämmung der Rathausfassade“, sagte der Bürgermeister. Wenn das der Fall sei, werde die Turnhalle zuerst saniert. Großhansdorfs Schulen sind samt Turnhallen laut Voß „besonders sanierungsbedürftig“. Die Flachdachbauten hätten noch Deckenheizungen, die warme Luft nach unten in den Raum blasen. Von dort steige sie dann wieder bis zur Decke hinauf.

Im September hat Großhansdorf bereits ein weiteres Klimaschutzkonzept für die Schulen der Gemeinde in Angriff genommen. „Dieses Projekt ist auf drei Jahre angelegt und zielt auf das Umweltbewusstsein“, sagte Voß. Dabei gehe es vor allem darum, Energie nicht unnötig zu verschwenden, etwa indem die Heizung in Räumen, die nicht genutzt werden, auf eine niedrigere Temperatur geschaltet wird. Voß: „Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen.“ Die Hälfte des dadurch eingesparten Geldes erhält der Ingenieur, der das Projekt beratend begleitet, 40 Prozent die Schule und zehn Prozent deren Hausmeister.