Reinbek

Schlosspark Reinbek wird Denkmal

Ensemble mit teilweise Jahrhunderte alten Bäumen ist künftig besser geschützt. Stadtverwaltung reagiert positiv

Reinbek. Ungarische Silberlinden, Sumpfzypressen und Chinesisches Rotholz – diese exotischen Gattungen sind nur drei der rund 40 verschiedenen Baumarten, die den Reinbeker Schlosspark zieren. Sie stammen nicht nur aus Europa, sondern auch aus Nordamerika und Asien. viele Bäume wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt, der älteste – eine Winterlinde – stammt von etwa 1840. Nun sollen der Reinbeker Schlosspark und dessen Bäume in das Denkmalbuch eingetragen werden. So wie das Reinbeker Schloss soll auch die Außenanlage künftig geschützt sein.

Freunde des Schlosses sehen einen großen Vorteil für die Stadt

Schon bisher stand der Reinbeker Schlosspark unter Denkmalschutz. Was sich durch eine offizielle Eintragung ins Denkmalbuch ändern wird, erklärt Sven Noetzel, der Leiter des Reinbeker Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt: „Es gibt zwei verschiedene Arten von Denkmälern. Seit etwa 1965 ist der Reinbeker Schlosspark als einfaches Denkmal erfasst und hatte keine Schutzfunktion“, sagt Noetzel.

Eine Veränderung ist so auch ohne Genehmigung des Landesamtes für Denkmalschutz möglich gewesen. Doch schon vorher habe man sich an den Kieler Richtlinien und Vorgaben des Denkmalschutzes orientiert. „Das Amt in Kiel hat uns bei Neubepflanzungen und anderen Veränderungen schon vorher beraten“, sagt Noetzel.

Bis Montag, 30. September, hat die Reinbeker Stadtverwaltung Zeit, um von dem Landesamt für Denkmalpflege angehört zu werden. Die Stadt Reinbek begrüße das Ansinnen des Landesamtes für Denkmalpflege, den Schlosspark Reinbek in das Denkmalbuch aufzunehmen, heißt es in der Beschlussvorlage des Reinbeker Hauptausschusses. Miteigentümer des Schlosses und des Parks ist außerdem der Kreis Stormarn.

Nicht nur die Reinbeker Stadtverwaltung freut sich über diese Entwicklung. Günter Roth vom Verein der Freunde des Schlosses Reinbek sieht einen großen Vorteil für Stadt und Schloss. „Ich denke, dass der Park für viele Besucher sehr viel attraktiver und interessanter scheint, wenn er offiziell als denkmalgeschützt gilt. Viele Menschen verbinden damit etwas Besonderes und werden auf die historische Qualität des Parks hingewiesen“, sagt Roth.

Der Verein der Freunde ließ die einzelnen Baumarten und dessen Alter und Herkunft von Experten erfassen. Diese sind in einem Baumbuch zusammengetragen. Es liegt im Foyer des Reinbeker Schlosses aus. Im März dieses Jahres bereicherte der Verein den Schlosspark zudem mit 27 weißen und rosafarbenen Rhododendren. Dabei stimmten sich die Schlossfreunde ebenfalls mit dem Kieler Amt für Denkmalschutz ab.

Riesenlebensbaum wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt

Anke Conradi von der Schlossverwaltung freut sich ebenfalls über die Eintragung ins Denkmalbuch. „Ich finde es gut zu wissen, dass damit ein weiterer Schutz unseres Schlossparks gewährleistet ist“, sagt Conradi. Ihr Lieblingsbaum im Park steht nur wenige Meter vom Reinbeker Schloss entfernt. Im Hintergrund ist ein Steinbrunnen mit einer kleinen Fontäne in der Mitte zu erkennen.

Anke Conradi deutet mit der rechten Hand auf den Baum, der aus mehreren einzelnen Stämmen besteht. „Er heißt Riesenlebensbaum und wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt“, sagt sie. Sein botanischer Name ist Thuja Plicata und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die Verwaltungsangestellte ist nicht die einzige, die im Park die verschiedenen Bäume betrachtet. „Im Sommer haben wir besonders viele Besucher“, sagt sie.

Auch Uta und Monika Riese aus Hamburg-Bergedorf spaziert an diesem Morgen auf den Sandwegen durch den Park und macht am Lebensbaum Halt. „Wir kommen öfter hier her, um uns den Park anzusehen. Hier kann man ein bisschen entspannen, und am See gibt es fast immer etwas zu Gucken“, sagt Melanie Riese. Die 30-Jährige hat ihre vier Monate alte Tochter Lea-Hannah auf dem Arm.

Großmutter Uta Riese begleitet Tochter und Enkelin. „Ich finde es sinnvoll, den Reinbeker Schlosspark als Denkmal zu schützen“, sagt Melanie Riese.