Ahrensburg

Gewerkschaften: In Stormarn gibt es zu viele Minijobs

Wer weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdient, solle das beim Dumpinglohnmelder anzeigen

Ahrensburg. Die Gewerkschaft Ver.di schlägt Alarm: Auch in Stormarn hätten Frauen die schlechteren und die schlechter bezahlten Jobs. Sie werden nach Überzeugung der Gewerkschaft in Teilzeit- und Minijobs gedrängt. Dabei beruft sich Ver.di auf Zahlen des Pestel-Instituts: Demnach seien lediglich 34 Prozent aller Vollzeitstellen in Stormarn mit Frauen besetzt. Ganz anders sehe es bei den Teilzeit- und Minijobs aus: Hier beträgt der Frauenanteil Angaben aus dem Hause Pestel zufolge 70 Prozent.

„Frauen machen immerhin rund 12.770 Mini-Jobs im Kreis Stormarn. Gerade hier ist das Niedriglohnrisiko am höchsten: Zwei von drei der Mini-Jobs werden mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde bezahlt. Oft liegen sie sogar weit darunter“, sagt Sabine-Almut Auerbach. Die Geschäftsführerin des Ver.di-Bezirks Südholstein spricht von einer „Niedriglohnschicht“, die vom „fair bezahlten und damit anständigen Arbeitsmarkt“ mehr und mehr abgekoppelt werde. „Gerade Frauen werden als billige Arbeitskräfte von Teilen der heimischen Wirtschaft regelrecht ausgenutzt“, so Auerbach.

Dirk Himmelmann von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Lübeck sagt: „Arbeitsplätze, von denen man leben kann, werden systematisch abgebaut. Minijobber übernehmen die Arbeit von Vollzeitkräften. Jobs werden zerschlagen, Löhne gedrückt.“ NGG und Ver.di appellieren an alle Beschäftigten, die weniger als 8,50 Euro pro Stunde bekommen, dies online beim Dumpinglohnmelder (www.dumpinglohnmelder.de) anzuzeigen. Daraus soll eine „Deutschland-Billiglohn-Landkarte“ werden.