Leserbriefe an die Redaktion

Leserbriefe an die Redaktion

Großhansdorf ist nicht reich

5. September: „Innenminister erzürnt Landrat“

Wir freuen uns über die Berichterstattung über die Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs, die aufgrund ihrer umfangreichen und weitreichenden Änderung der finanziellen Beziehungen wirklich eine intensive Beschäftigung wert ist. Unser Heimatort Großhansdorf wird durchaus hochachtungsvoll mehrfach erwähnt. Allerdings bleiben einige Äußerungen, die nicht unkommentiert oder unwidersprochen bleiben können.

Zunächst: Großhansdorf ist keine reiche Gemeinde. Es leben viele gut situierte Menschen dort, doch der Gemeindehaushalt war einige Zeit strukturell unterfinanziert und ist jetzt geringfügig im Plus. Zudem sind die verfügbaren Rücklagen marginal. Dies liegt auch daran, dass die Gemeindevertreter einen kooperativen auf konstruktive Beschlüsse orientierten Diskurs pflegen (dies ist nicht überall in Stormarn der Fall). Dies zahlt sich aus, wir investieren nachhaltig in Projekte, erhalten unsere Substanz und sorgen auch für intergenerative Gerechtigkeit. Im letzten Jahr haben wir das modernisierte und erweiterte Feuerwehr-Gerätehaus eingeweiht (klappt so auch nicht in allen Gemeinden), wir bauen eine neue Kita und ersetzen ein Asylbewerber-Haus durch einen Neubau. Der maliziöse Hinweis von Bürgermeister Bärendorf aus Reinbek, wohlhabende Gemeinden würden Gewerbegebiete verhindern, passt hier mangels verfügbarer Flächen jedenfalls nicht. Dafür haben wir der Nachbargemeinde Siek ermöglicht, ihr Gewerbegebiet auf ihren Wunsch hin über das übliche Maß hinaus zu vergrößern. Da sollte doch bitte jeder vor seiner eigenen Tür kehren und seine kommunalen Hausaufgaben erledigen. Da fragt man sich doch: Warum sollen diejenigen, die gut wirtschaften, dafür bestraft werden?

Sabine Rautenberg, Stefan Kehl, Gemeindevertreter der Grünen in Großhansdorf+

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

Schreiben Sie an stormarn@abendblatt.de oder per Post an die Regionalausgabe Stormarn des Abendblattes, Rathausplatz 22, 22926 Ahrensburg