Reinbek

SPD versagt Heinrich Dierking Ausschussvorsitz in Reinbek

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"Schweineköpfe" oder "Schweineköppe", das ist hier die Frage

Reinbek. Zwischen den Fraktionen von SPD und Forum 21 in Reinbek knirscht es gewaltig: Die Sozialdemokraten haben angekündigt, den Forum-21-Politiker Heinrich Dierking am Donnerstag kommender Woche nicht zum Vorsitzenden des Bau- und Planungsausschusses zu wählen. Dass das Forum 21 das Vorschlagsrecht für den Ausschussvorsitz hat, zieht indes auch in den Reihen der Genossen niemand in Zweifel; es geht einzig um die Person Dierking.

Warum? In einem Schreiben an die Forum-Fraktion erklärt SPD-Fraktionschef Volker Müller: "Ganz offensichtlich fehlt es Herrn Dierking an dem demokratischen Respekt vor Andersdenkenden sowie der Bereitschaft, tolerant und gelassen mit Andersdenkenden umzugehen - moralische und politische Fähigkeiten, über die ein Ausschussvorsitzender verfügen muss." Die Bezeichnung von Stadtverordneten und Beiräten als "Schweineköpfe" in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 7. Mai, als die anders als Dierking votierten, und die Tatsache, dass Dierking es bis heute versäumt hat, sich für diese "Verbalinjurie" zu entschuldigen, lasse erkennen, dass der Forum-Politiker ungeeignet sei, einen Ausschuss verantwortlich zu leiten, und auch nicht gewillt sei, sein Verhalten zu ändern.

Heinrich Dieking, der auch Mitglied des Stormarner Kreistags ist, hat eine andere Sicht der Dinge. Er habe gar nicht "Schweineköpfe" gesagt, sondern "Schweineköppe". Und: "Habe 'Ihr seid Schweineköppe' nicht böse gemeint. Dementsprechend war auch die Tonlage. Wenn sich jemand angegriffen fühlt, soll er zu mir kommen." Es sei nicht sein Ziel gewesen, so Dierking gegenüber dem Abendblatt, damit jemanden herabzusetzen.

Im Ergebnis pocht das Forum 21 weiterhin darauf, ihren Fraktionschef Dierking auf den Posten des Ausschussvorsitzenden zu hieven. Mehr noch: Die Fraktion sieht nunmehr Dierkings Person und Integrität zu Unrecht infrage gestellt und fordert die SPD-Fraktion auf, zwischenzeitlich öffentlich getätigte Äußerungen bis Mittwoch kommender Woche zu widerrufen.

( (suk/sul) )

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