Barsbüttel

Kostenexplosion bei Schulsanierung in Barsbüttel

Schimmelbefall in Räumen der Barsbütteler Erich Kästner Gemeinschaftsschule, Vor allem die Umkleide- und Waschräume der Turnhalle sind befallen.

Barsbüttel. In den Umkleide- und Waschräumen der Turnhalle der Erich Kästner Gemeinschaftsschule schimmelt es. Und zwar fast überall. Das haben Bauarbeiter, die mit Renovierungsarbeiten in den Räumen beschäftigt sind, jetzt festgestellt. "Ursprünglich musste nur eine Wand repariert werden, weil ein Schüler sie demoliert hatte. Nun ist uns aufgefallen, dass die Wände zu großen Teilen mit Schwarzschimmel befallen sind", sagt Architekt Marcel Schneider. Er ist zuständig für die Erneuerung der Räume.

Seit Anfang der Sommerferien wird die rund 15 Jahre alte Erich Kästner Gemeinschaftsschule renoviert. "Die Wand in der Turnhalle zu reparieren, war bisher nur ein kleiner Aspekt", sagt der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Böckmann (CDU). Die Kosten für die Renovierung habe die Gemeinde mit rund 80.000 Euro veranschlagt.

"Nun, da die Umkleideräume stellenweise mit Schwarzschimmelpilz befallen sind, muss alles erneuert werden. Denn keiner weiß, wie weit der Schimmelpilz gestreut hat", sagt Dennis Schneider. "Wir rechnen nun damit, dass es 200.000 Euro zusätzlich kosten wird, die Turnhalle wieder in Schuss zu bringen. Das ist viel mehr, als wir ausgeben wollten", sagt Böckmann. "Ich habe trotzdem sofort aus dem Bauch heraus entschieden, alle Fraktionsvorsitzenden anzurufen um sie zu informieren. Dass die Turnhalle renoviert werden muss, war klar. Jeder gab mir sein Einverständnis", sagt er. Nun sei die erst 2005 errichtete Turnhalle das Hauptaugenmerk bei den Ausbesserungsarbeiten.

"Dass die Gemeinde tief in die Tasche greifen muss, steht außer Frage, da der Schimmelbefall auch ein Gesundheitsrisiko für die Kinder darstellt", sagt Rüdiger Schnorr, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen in Barsbüttel. Besonders für Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist Schimmelpilz gefährlich. Die Sporen verteilt der Pilz in der Luft. Werden diese von den Kindern eingeatmet, kann es zu Atemnot, Schleimhautreizungen und Augenbrennen kommen. Auch Kratzen im Rachen, Müdigkeit und Kopfweh seien häufige Folgen von Schwarzschimmel. Im schlimmsten Fall ist es sogar möglich, an Magen-Darm-Infekten oder Neurodermitis zu erkranken. "So weit wollen wir es nicht kommen lassen", sagt Böckmann.

Dringe Feuchtigkeit über einen längere Zeitraum in die Wände, breite sich der Schimmel aus, so der stellvertretende Bürgermeister. Warum in die Wände überhaupt Nässe eindringen konnte, sei bislang noch unbekannt. Das soll nun durch einen Gutachter geprüft werden. "Wir wissen noch nicht, woran es liegt. Vielleicht gab es Baupfusch oder Mängel beim Material, vielleicht aber lag esauch an etwas anderem. Auf jeden Fall hat sich der Pilz über Jahre ausgebreitet", sagt Böckmann. "Es ist natürlich ziemlich ärgerlich, dass die Halle jetzt schon so erhebliche Mängel aufweist. Das darf nicht passieren ", sagt Volkmar Dietel (CDU).

Schwarzschimmelpilze (lateinisch Aspergillus niger), gedeihen bei Temperaturen zwischen vier und 47 Grad Celsius. Besonders in Tapeten findet der Pilz Nährstoffe, die er zum Wachsen benötigt.

Eine Schimmelpilzuntersuchung habe die Gemeinde bereits durchgeführt. "Dabei wurden die Spuren in der Luft untersucht und die Konzentration gemessen", sagt Architektin Sandra Münter. Auch sie kümmert sich um die Baustelle. "Eine Bau-Chemikerin hat die Spuren in der Raumluft und in der Außenluft verglichen und Entwarnung gegeben. Es besteht für die Kinder also kein Gesundheitsrisiko. Die Konzentration ist im grünen Bereich", sagt sie.

Tapeten, Fliesen und Bodenbeläge wurden nun bereits entfern. In den Umkleide- und Waschräumen sei mittlerweile nichts mehr vom Schimmelpilz zu sehen. Ab Donnerstag sollen die Wände dann wieder verputzt werden, mit der Neugestaltung der Räume in der Turnhalle kann begonnen werden. "Anders als geplant, werden wir nun nicht am Ende der Ferien mit der Renovierung fertig sein", sagt Böckmann. "Wir hoffen aber, dass Schüler und Vereine nicht länger als einen Monat zusätzlich auf ihre Halle warten müssen."