"Christa" - die jüngste Helferin der Feuerwehr

Stiftung kauft Boot und benennt es nach scheidender Kreispräsidentin. Brandschützer regulieren dafür Wasserstand auf Grabauer See

Grabau. Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn stellt dem Löschzug Gefahrgut (LZG) des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn ein 750 Kilogramm schweres Aluminiumboot zur Verfügung. Kreispräsidenten Christa Zeuke (CDU) taufte es mit einem Glas Sekt auf den Namen "Christa". "Die Kulturstiftung benötigt das Boot auch selbst, um den Wasserstand auf dem Grabauer See zu regulieren", sagt Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftung. "Wir haben nur keine ausgebildeten Kräfte, die damit umgehen können, und deshalb sind wir auf die Feuerwehr zugegangen."

Die Stiftung übernahm die Kosten von 16.000 Euro und sorgt auch künftig für die Instandhaltung. Die Feuerwehr darf das Boot für ihre Einsätze nutzen. Nur müssen die Kameraden dafür bei Bedarf auf den 60 Hektar großen Grabauer See - er gehört der Stiftung - herausfahren, um an einem Wehr den Zu- und Abfluss zu regeln. "Diese Abmachung hilft beiden Parteien", sagt Kreiswehrführer Gerd Riemann. "Die Feuerwehr hat in Stormarn knapp zehn Schlauch- und nur ein weiteres Alu-Boot, was aktuell auch mit nach Lauenburg genommen wurde."

Aber nicht nur in Hochwassergebieten sind die stabilen Boote hilfreich. Auch bei Gefahrguteinsätzen - wenn beispielsweise Öl in der Trave wäre - könne auf dem rund vier Meter langen Boot besser gearbeitet werden als auf einem Schlauchboot. "An Bord haben vier Personen Platz, und es gibt dazu noch eine große Ablagefläche", sagt Matthias Stark, stellvertretender Bereitschaftsführer des LZG. "Der Außenbordmotor hat zehn PS und kommt damit auf etwa 20 Kilometer pro Stunde."

Seit Mai 2011 ist die Sparkassen-Kulturstiftung Eigentümerin des Sees, nachdem der Pachtvertrag mit der Familie Hansen ausgelaufen war. Bislang habe man mit einem ständigen Risiko von Überflutungen gelebt und sei nun froh, dass man vor Hochwasser besser geschützt sei. "Wir sehen ja, was in Lauenburg momentan passiert", sagt Jörg Schumacher. "Im Winter 2011/2012 hatten wir hier auch Hochwasser, konnten im letzten Moment aber noch reagieren." Insbesondere die Anwohner des Sees wolle er schützen.

"Mit dem großen Boot haben unsere Kameraden die Möglichkeit, ohne Probleme auch durch Schilf zu fahren", sagt Gerd Riemann. "Falls es am Grabauer See zu Hochwasser kommt, können wir an dem Wehr Holzplanken entfernen, sodass der Pegel wieder sinkt." Das Wasser fließe dann in die Norderbeste, später in die Beste, weiter in die Trave und schließlich in die Ostsee. "Vom Klingberg kommt immer viel Wasser hinab", sagt Jörg Schumacher. "Darauf sind wir nun vorbereitet. Bislang waren wir auf die Strommeisterei Stormarn angewiesen. Diese Zeiten sind nun vorbei."