Glinde

Unterricht auf Platt: Land stellt zusätzliche Lehrer in Aussicht

Die "Arbeitsgrupp Plattdüütsch Süüdstormarn" hat die Entscheidung der Landesregierung begrüßt, zum Schuljahr 2014/2015 an Grundschulen in Schleswig-Holstein das Wahlfach Niederdeutsch nicht nur anzubieten, sondern die Einführung auch durch zusätzliche Lehrerstellen zu unterstützen.

Glinde . "Das ist ein Durchbruch. Dat geiht richtig vöran. Wir freuen uns", sagte Heinrich Thies von der Arbeitsgruppe.

Bereits seit den 90er-Jahren fordern plattdeutsche Vereine aus Stormarn, das Unterrichtsfach einzurichten. Anfang des Jahres hatten sie schließlich ein Konzept vorgelegt, das vom Plattdeutschen Rat, dem obersten Gremium der plattdeutschen Sprache in Schleswig-Holstein, abgesegnet worden ist. Im Anschluss hatte der Rat mit Mitgliedern der Landesregierung eine Resolution erarbeitet.

Kürzlich haben Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack und die Niederdeutschbeauftragte des Ministerpräsidenten, Renate Schnack, in Kiel angekündigt, dass das Ministerium zunächst acht Lehrerstellen für das Niederdeutsch-Angebot zur Verfügung stellen werde. Außerdem werde gerade ein Leitfaden Niederdeutsch entwickelt, der Kernpunkte des Unterrichts fürs Plattdeutsche enthalten soll.

"Die plattdeutsche Sprache ist ein wichtiges Kulturgut unseres Landes", sagte Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack nach einem Gespräch im Bildungsministerium, an dem auch Vertreter des Plattdeutschen Rats teilnahmen. "Wir wollen noch mehr dafür tun, dass möglichst viele Menschen in Schleswig-Holstein das Niederdeutsche schätzen, bewahren und weiterentwickeln."

Grundschulen, die den Niederdeutschunterricht verstärken wollen, könnten sich, Loßack zufolge, im Herbst dieses Jahres um die Lehrerstellen bewerben. Schulen, die diesen Weg gehen wollten, müssten einen Beschluss der Schulkonferenz herbeiführen, hob der Bildungsstaatssekretär hervor. Die Landesregierung beginnt damit, die Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen und entsprechende Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.