Ammersbek

Müllerbursche Olsen und sein rotes Tuch

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SPD Ammersbek hat zum Parteijubiläum eine Chronik zusammengestellt

Ammersbek. Zum 150. Geburtstag der SPD hat der Ortsverein Ammersbek eine Chronik zur Geschichte der Partei in Hoisbüttel und Bünningstedt zusammengestellt. Damit und mit einem für Sonntag, 11.August, geplanten Sommerfest wollen die Sozialdemokraten ihren Beitrag zum Parteijubiläum leisten.

"Wir haben geguckt, was im Archiv vorhanden ist und Bekannte sowie Parteifreunde gefragt, ob sie etwas beisteuern können", sagt Eckart Kuhlwein, der selbst ein Stück Parteigeschichte ist. Er saß einst im Landtag und im Bundestag, bei der anstehenden Kommunalwahl tritt er für den Ammersbeker Gemeinderat an. In gut zweiwöchiger Arbeit, so Kuhlwein weiter, habe er alles zusammengestellt.

Demnach soll es spätestens 1920 einen Ortsverein in Hoisbüttel gegeben haben. Die SPD Bünningstedt soll dagegen erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sein. "1947 entschieden die Sozialdemokraten aus Reesenbüttel und der Siedlung Daheim, dass sie zum Ortsverein Bünningstedt gehören wollten", sagt Kuhlwein. 1972 hätten sich dann die beiden Ortsvereine zusammengeschlossen. "Zum Ortsverein Ammersbek wurden sie aber erst, als 1978 die Gemeinde so benannt wurde", ergänzt Rita Thönnes, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat.

Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie beginnt 1863 in Leipzig. Damals gründete der Schriftsteller Ferdinand Lasalle den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein", den Vorläufer der SPD, die seit 1890 unter diesem Namen firmiert. Um 1900 soll es in der Region um Hoisbüttel "sozialdemokratische Umtriebe" gegeben haben, wie Eckart Kuhlwein sagt. "Da ist zum Beispiel der Müllerbursche Olsen gewesen. Der hat immer ein rotes Taschentuch aus seiner Hose hängen lassen, wenn Genossen in der Nähe waren." Da aber der Müller in Hoisbüttel das nicht gern gesehen habe, habe der aus Schweden geflohene Olsen sehr vorsichtig sein müssen.

Die Chronik weiß auch von Zeiten, in denen der Wulfsdorfer Weg einmal "August-Bebel-Allee" genannt wurde. "Das war während der Weimarer Republik der Fall. Denn dort wohnten damals viele Sozialdemokraten und Kommunisten zu der Zeit", sagt Sigrid Kuhlwein, SPD-Politikerin aus Ammersbek.

Ein Problem früher wie heute sei es, Nachwuchs für Politik zu gewinnen. In der 1950er-Jahren hätten die Genossen noch auf den Saalrad-Sport zurückgegriffen, um die Jugend zu begeistern. Das ist eine Sportart, bei der die Athleten in einer Halle auf dem Rad fahren und Kunststücke machen. Eckart Kuhlwein: "Das hat damals sehr gut funktioniert. Heute allerdings würde man damit keinen mehr aus dem Haus locken können."

( (hpmw) )

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