Trittau

Tausende klappern Mühlenfeste ab

| Lesedauer: 4 Minuten
Antonia Thiele

Großer Andrang am Pfingstmontag in Trittau und Glinde. Auch Open-Air-Gottesdienst in Tremsbüttel lockt Stormarner

Trittau. Bunte Halstücher flattern an den Ständern, dahinter sind aus Holz geschnitzte Tiere und schmiedeeiserne Dekostücke für den Garten aufgebaut. Tausende Menschen drängen sich in den Straßen rund um die Trittauer Wassermühle. Tarna Happach und Kristina Henning-Kammin stehen mittendrin und unterhalten sich mit einem der rund 130 Aussteller, die auf dem Kunsthandwerkermarkt ihre Ware anbieten. Anlass für die zweitägige Veranstaltung, die so viele Gäste aus Stormarn und Umgebung besuchten, ist der Deutsche Mühlentag.

"Wir sind aus Hamburg hergefahren", sagt Tarna Happach, 21. Sie und ihre Freundin, die 20 Jahre alte Kristina Henning-Kammin, haben beide ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Behindertenwerkstatt Alsterarbeit absolviert. In Trittau besuchen sie die ehemaligen Kollegen an ihrem Stand. "Wir möchten alles mitnehmen und uns auch die Mühle und die restlichen Stände ansehen", sagt Kristina Henning-Kammin.

Daneben werden in Trittau auch Kutschfahrten in die Hahnheide für die Besucher angeboten. Vor der Bühne, auf der später Abi Wallenstein auftreten soll, essen Ariane und Michael von Borzykowski Bratwurst und trinken Bier. Die Ahrensburger haben ihre amerikanische Bulldogge Baby zu dem Fest mitgebracht. "Unser Hund wird hier immer sehr freundlich aufgenommen", sagt Ariane von Borzykowski, die in Großensee aufgewachsen ist. Ihr und ihrem Mann gefalle besonders die Auswahl an Ausstellungsständen. "Es gibt viele hochwertige Dinge, die gut aufeinander abgestimmt sind", sagt Michael von Borzykowski.

Auch die Türen der Glinder Kupfermühle öffnen sich zu Pfingsten für Besucher. Viele Stormarner sind aus der Umgebung mit dem Fahrrad an den Mühlenteich gekommen. Vor der Kupfermühle spielt ein Mann Akkordeon. Daneben steht die 11 Jahre alte Lisa-Marie mit ihrer Mutter Antje Bohlen und den Schwestern Kimberley, 12, und Julia, 8. "Wir haben das große Wasserrad angeguckt und gelernt, wie damit das Mühlwerk angetrieben wird", sagt Lisa-Marie. Die Familie ist aus Reinbek-Neuschönningstedt zu dem Fest gekommen. "Später hole ich meine jüngste Tochter ab, die zwei Jahre alt ist. Dann schlendern wir noch alle zusammen über den Bauernmarkt", sagt Antje Bohlen.

Ben hat bereits seine Lieblingsattraktion gefunden. Mit Unterstützung seines Vaters Kai Böttcher ist der Dreijährige auf einen der Traktoren geklettert, die neben der Mühle ausgestellt sind. "Eigentlich wollten wir nur gemütlich um den Teich spazieren gehen, aber dann sind die Traktoren an uns vorbeigefahren. Die findet Ben ganz klasse, deshalb sind wir hergekommen", sagt Mutter Marina Böttcher.

Viele Familien nutzten den freien Tag auch, um den Tremsbütteler Open-Air-Gottesdienst zu besuchen. Seit 2008 predigt Pastor Jan Roßmanek einmal im Jahr unter freiem Himmel im Amphitheater des Schlossparks. Wie jedes Mal, sei "wunderschönes Wetter", sagt Roßmanek zu Beginn der Predigt. Einige Besucher gucken zweifelnd zum grauen Himmel hinauf, lassen sich aber von der Quizfrage ablenken: "Wann waren die Beatles zu Besuch in Tremsbüttel?" Für die richtige Antwort - der 26. Juni 1966 - gibt es eine Pfingstrose.

"Der Pastor ist sehr weltoffen, deshalb besuchen wir den Gottesdienst gern", sagt Nadine Benkmann. Normalerweise gingen sie und ihr Mann André in die Freikirche in Ahrensburg.

Erwachsene, aber auch viele Kinder und Jugendliche, haben es sich auf Sitzkissen und Picknickdecken im Schlosspark gemütlich gemacht. Susanne Brosius sitzt mit ihren Töchtern etwas abseits. "Wir kommen jedes Jahr her, durch die Musik und die gute Stimmung ist es immer lustig", sagt die Delingsdorferin. Ihre Töchter, die vier Jahre alten Zwillinge Sophie und Sarah sowie Marie, 3, könnten sich im Park viel bewegen. "In die Kirche zu gehen ist mit den Kindern sonst zu anstrengend", sagt Susanne Brosius und lacht.

Am Ende behält Pastor Roßmanek Recht: Das Wetter hält sich bis nach der Predigt, als die Besucher auf dem Paradeplatz gemeinsam essen und trinken.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Stormarn