Ahrensburg

DRK-Helfer müssen Schulneubau weichen

Ahrensburger Ortsverein des Roten Kreuzes soll aus Gebäude ausziehen, weil die Grundschule am Schloss erweitert wird und hofft auf Angebote.

Ahrensburg. Der Ahrensburger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes sucht eine neue Bleibe - und das schnell. Denn er muss schon zum Ende dieses Jahres seine Unterkunft an der Schulstraße verlassen. "Seit 1984 sind wir hier in dem Gebäude, und jetzt soll es abgerissen werden", sagt der Ahrensburger DRK-Vorsitzende Rudolf Dorsch. Er und seine Mitarbeiter hätten sich schon nach neuen Quartieren umgesehen, doch bisher sei man nicht fündig geworden.

Hintergrund: Die Baracke, die das DRK nutzt, steht auf demselben Gelände wie die Grundschule Am Schloss. Die soll jetzt einen zweigeschossigen Erweiterungsbau bekommen (wir berichteten). Die DRK-Baracke muss deshalb weichen. Die Arbeiten für den Neubau sollen 2014 beginnen, die Kosten für den Bau und die Ausstattung schätzt die Verwaltung derzeit auf 4,1 Millionen Euro.

Ein Grund für die Erweiterung ist die Planung des Neubaugebietes Erlenhof. Die Stadtverwaltung erwartet, dass viele Kinder aus dem Neubaugebiet, in dem bis zu 1000 Menschen leben werden, in die Grundschule Am Schloss gehen werden. Die bisher vierzügige Schule soll deshalb fünfzügig werden. Außerdem braucht die nebenan liegende Woldenhorn-Schule, in die Kinder mit geistigen Behinderungen gehen, mehr Platz.

In dem neuen, langgezogenen Erweiterungsbau, der direkt hinter der Cafeteria gebaut werden soll, sollen Kinder der Schloss-Schule, der Woldenhorn-Schule und auch des Awo-Hortes untergebracht werden. Das Hort-Gebäude, das sich ebenfalls auf dem Schulgelände befindet, wird auch abgerissen. Für die Übergangszeit soll für die Kinder ein Container aufgebaut werden. Für den DRK-Ortsverein gibt es hingegen noch keine Lösung.

"Das Gebäude gehört zwar dem DRK, doch das Grundstück gehört der Stadt. Sie hat das Recht, über einen Abriss zu entscheiden", sagt Rudolf Dorsch. Deshalb habe das DRK keine Wahl, es wird fieberhaft nach etwas Neuem gesucht.

Allerdings hatten Dorsch und seine Mitstreiter noch kein Glück. "Bisher war nichts Passendes dabei", sagt der Vorsitzende. Unter anderem habe er sich das ehemalige Gebäude des Dänischen Bettenlagers am Alten Markt angesehen. Doch das Objekt sei zu groß gewesen. In anderen Fällen habe die Raumaufteilung nicht gepasst, oder die Mieten hätten das Budget des DRK überschritten.

"Wir haben hier jetzt 400 Quadratmeter und bräuchten mindestens 250 Quadratmeter", sagt Rudolf Dorsch. Ideal sei eine Fläche von 300 Quadratmetern. Dann könne das DRK das komplette Angebot unterbringen.

Wichtig sei auch, dass die neue Unterkunft mehrere Räume biete. "Wir wollen wieder klare Grenzen zwischen den einzelnen Angeboten schaffen." Für den Vorsitzenden ist es besonders wichtig, dass die Kleiderkammer wieder einen Platz in den neuen Räumen hat. "So etwas gibt es hier in Ahrensburg sonst nicht. Die Kleiderkammer ist sehr wichtig für die sozial Schwachen." Allein um die Kleidung zu sortieren und den Bedürftigen anzubieten, seien 100 Quadratmeter nötig.

Zudem werde ein weiterer großer Raum gebraucht. "Da würden dann wieder die Tanz- und Yogakurse stattfinden", sagt Dorsch. Das Prager-Eltern-Kind-Programm (Pekip) sei sehr beliebt. Mütter könnten dieses Angebot gemeinsam mit ihren Babys wahrnehmen und so die Bindung zu ihren Kindern stärken. "Das wird sehr stark nachgefragt, aber wir haben leider nicht genügend Kursleiter", bedauert Dorsch.

Eine weitere Anforderung an eine neue Unterkunft: Sie sollte zentral gelegen sein. Unter anderem deshalb, weil Senioren und weitere Gruppen sonst Schwierigkeiten hätten, sie zu erreichen. "Auf jeden Fall sollte es für Nicht-Autofahrer gut erreichbar sein, beispielsweise durch eine Busverbindung in der Nähe", so Dorsch. Wer etwa die Dienste der Kleiderkammer in Anspruch nehme, habe nicht unbedingt ein Auto. Auch einige der Spender seien nicht mehr gut zu Fuß. Bisher würden nur wenige Rollstuhlfahrer das DRK in der Schulstraße aufsuchen, sagt Dorsch. Er hofft, dass ein neues Objekt für sie vielleicht besser erreichbar und geeignet wäre.

Auf die Frage, was passiert, wenn das DRK bis Ende 2013 kein geeignetes Objekt gefunden hat, weiß Rudolf Dorsch noch keine Antwort. "Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Wir müssen einfach etwas Passendes finden."

Wer einen Tipp oder ein Angebot für das DRK Ahrensburg hat, kann sich unter Telefon 04102/410 00 melden.