Badendorf

Vater und Sohn nach Attacke mit Baseballschläger vor Gericht

Weil sie einen 20 Jahre alten Mann mit einem Baseballschläger bewusstlos geschlagen haben sollen, sind der 20-jährige Badendorfer Kevin S. wegen Körperverletzungen und versuchten Totschlags und sein 47 Jahre alter Vater Holger S. (Namen geändert) wegen schwerer Körperverletzung vor dem Landgericht Lübeck angeklagt.

Badendorf.

Dem Vorfall am 19. November vergangenen Jahres waren mehrere Auseinandersetzungen zwischen dem Opfer Marvin B. (Name geändert), der beim Prozessauftakt am Mittwoch in Lübeck aussagte, und dem jüngeren Angeklagten vorausgegangen: Die Freundin des Opfers hatte zuvor auch eine Beziehung mit Kevin S. geführt.

Am Tag der Tat sollen Marvin B., seine Freundin, eine weitere Bekannte sowie zwei junge Männer gegen 20 Uhr zum Wohnhaus der Angeklagten gefahren sein. B. wollte dort eine goldene Halskette zurückfordern, die er seiner Freundin zuvor geschenkt hatte. Nach Aussage des Opfers habe Kevin S. ihr das Schmuckstück bei einem früheren Treffen entrissen.

Bei der Ankunft soll Kevin S. bereits mit der Tatwaffe in der Hand gewartet haben, die sein Vater ihm sogleich abgenommen haben will. "Ich wollte die Situation nicht eskalieren lassen", sagte Holger S. dazu am ersten Prozesstag. Es soll dann zu einer Rangelei zwischen Kevin S. und Marvin B. gekommen sein, bei der beide zu Boden gingen. Nach Aussage der Angeklagten habe B. dann immer wieder auf Kevin S. eingeschlagen. Holger S. sagt, er habe B. durch einen Schlag mit dem Baseballschläger dazu bewegen wollen, von seinem Sohn abzulassen. Er habe darauf geachtet, B. nicht am Kopf zu treffen.

B. sagt, er selbst habe nicht zugeschlagen, sei "chancenlos gewesen". Vielmehr soll Holger S. ihm mit der Tatwaffe einen kräftigen Schlag auf die Stirn versetzt haben. Er sei daraufhin sofort bewusstlos gewesen, habe nur noch schemenhaft wahrnehmen können, wie Kevin S. weitere zwei Male mit der Keule auf ihn einschlug, seinen Kopf packte und diesen mehrmals auf den Asphalt schlug.

Das Opfer wurde, nachdem Holger S. den Notarzt verständigt hatte, in das Universitätsklinikum Lübeck gebracht. Dort wurden eine Riss-Quetschwunde, mehrere Einblutungen und Prellungen diagnostiziert. Des Weiteren fehlten dem Opfer sechs Zähne.

Der Prozess wird am kommenden Freitag, 26. April, um 8.30Uhr fortgesetzt.