Ahrensburg

Reesenbüttel-Schule bekommt die Mensa

Ahrensburger Politiker gegen Verschiebung. Schule Am Aalfang muss aber auf eine Lösung des Raumproblems warten

Ahrensburg. Große Freude an der Grundschule Am Reesenbüttel - und nur sehr verhaltene Freude an der Grundschule Am Aalfang. Das sind die Reaktionen auf die jüngsten Entscheidungen der Ahrensburger Stadtverordneten. Die Politiker kamen, zum letzten Mal in dieser Wahlperiode, zu einer Sitzung zusammen und trafen wichtige Entscheidungen zur Schulpolitik.

Das Resultat der mehrstündigen Versammlung im Marstall, zu der ungewöhnlich viele Besucher gekommen waren: Die neue Mensa für die Grundschule Am Reesenbüttel wird nun doch wie geplant ab 2014 gebaut. Die Sporthalle der Heimgartenschule wird ebenfalls ab dem kommenden Jahr saniert. Beide Projekte sollten eigentlich aus Kostengründen um mindestens ein Jahr verschoben werden (wir berichteten). Die Politiker entschieden sich außerdem gegen den umstrittenen Umbau der Bibliothek der Grundschule Am Aalfang. Allerdings wird die Schule nun noch Monate warten müssen, bis sich eine andere Lösung ihres Raumproblems abzeichnet.

"Wir sind natürlich überglücklich. Denn an dem Bau der neuen Mensa hängt auch der gesamte weitere Umbau der Schule", sagt Sabine Knuth, Leiterin der Grundschule Am Reesenbüttel. Wenn die neue Mensa fertig ist, soll ein nebenan liegender Trakt abgerissen und neu gebaut werden. Dieses Vorhaben hätte mit der Verschiebung auf Eis gelegen. Außerdem hätten Kinder, die einen Platz im benachbarten Awo-Hort Am Reesenbüttel brauchen, abgewiesen werden müssen, so die Befürchtung der Pädagogen.

Die Verwaltung hatte ursprünglich geplant, den Bau und auch die geplante Sanierung der Sporthalle der Heimgartenschule wegen einer Sparauflage aus Kiel zu verschieben. Das Innenministerium fordert von Ahrensburg, weniger Geld für künftige Investitionen zu verplanen. Es geht um sogenannte Verpflichtungsermächtigungen mit einem Volumen von fünf Millionen Euro. Damit ermächtigt die Politik die Verwaltung, zukünftige Projekte zu planen.

Die Politik kippte nun den Plan der Verwaltung und wird stattdessen bei der Brandschutz-Sanierung des Rathauses und bei der weiteren Erschließung des Gewerbegebietes Beimoor-Süd den Rotstift ansetzen. CDU und FDP hatten diesen Plan ins Spiel gebracht, allerdings gab es in der Verwaltung und auch in der SPD große Bedenken gegen die Kürzungen beim Brandschutz.

Der jetzt gefundene Weg ist ein Kompromiss zwischen Politik und Verwaltung. Er sieht vor, dass die Stadt 2014 und 2015 zusammen 1,23 Millionen Euro für den Brandschutz ausgeben kann. Die Verwaltung wollte 1,65 Millionen, CDU und FDP hatten 1,1 Millionen vorgeschlagen. Der Rotstift wurde für diesen Kompromiss etwas stärker beim Gewerbegebiet angesetzt, CDU, FDP, Grüne und WAB stimmten für diese Variante.

Das Thema sorgte für eine bisweilen hitzige Debatte: "Warum kürzt die Verwaltung immer bei Schulen?", fragte Tobias Koch (CDU). Bürgermeister Michael Sarach entgegnete: "Einen Haushalt zu sanieren bedeutet, Schmerzen zu verbreiten. Und ich bringe den Mut auf, das auch zu sagen. Und das wird weitergehen."

Über das Hort-Angebot der Grundschule Am Aalfang wird die Politik nun nach der am 26. Mai anstehenden Wahl entscheiden. In den kommenden Monaten soll die Verwaltung mit der Schule eine neue Lösung zum gestiegenen Raumbedarf ausarbeiten. Das sieht ein beschlossener Antrag der Fraktionen von CDU, FDP, WAB und Grünen vor. Dazu sagte die Schulleiterin Birgit Schirrmacher: "Wir sind froh, dass der Umbau der Bibliothek vom Tisch ist. Aber wir bedauern, dass wir jetzt erst einmal einigen Eltern, die einen Hortplatz brauchen, eine Absage erteilen müssen."