Treibstoffdiebe

Großhansdorf: Öl-Alarm am Hopfenbach

Treibstoffdiebe bohren in Großhansdorf die Tanks mehrerer Autos an. Das Gewässer wird erheblich verschmutzt. Wie viele Liter Diesel in den Bachlauf gelangt sind, ist bislang nicht bekannt.

Großhansdorf. In der Nacht zu Donnerstag haben bisher unbekannte Täter bei einem Benzindiebstahl in Großhansdorf großen Schaden angerichtet. Der oder die Täter bohrten die Tanks dreier an der Straße An der Eilshorst abgestellter Autos auf, um an den Kraftstoff zu kommen. Dabei beschädigten sie nicht nur die Autos stark, sondern verursachten auch eine Umweltverschmutzung größeren Ausmaßes. Aus einem der Wagen, einem Mercedes, liefen bei dem Versuch, den Kraftstoff zu stehlen, mehrere Liter Diesel in die Kanalisation und von dort aus unmittelbar in den nahe gelegenen Hopfenbach. Bis in den Nachmittag waren die Freiwillige Feuerwehr Großhansdorf, Umweltexperten des Kreises und die Spezialfirma Possehl Umweltschutz im Einsatz, um den Schaden durch den Benzinklau so gering wie möglich zu halten.

Gegen 8.30 Uhr wurde die Feuerwehr verständigt, berichtet Gruppenführer Peter Jarchow. Der Besitzer eines der angebohrten Autos hatte versucht, mit seinem Wagen zur Arbeit zu fahren, den Schaden an seinem Fahrzeug bemerkt und den Vorfall gemeldet. Die Wehr aus Großhansdorf rückte mit rund 20 Feuerwehrleuten an und legte im Hopfenbach sogenannte Ölsperren. Unterstützt wurden die Helfer dabei von Kameraden der Ahrensburger Feuerwehr. Da zwischen der Tat und dem Eintreffen der Feuerwehr mutmaßlich mehrere Stunden vergangen waren, legten die Einsatzkräfte mehrere Sperren in großen Abständen, um auch bereits weit geflossenen Kraftstoff aufzufangen. Die weiteste Sperre liegt rund einen Kilometer vom Ort entfernt, an dem der Diesel in den Bachlauf gelangt war. "Die Sperren werden jetzt ein paar Wochen liegen bleiben müssen", sagt Einsatzleiter Jarchow. Erst dann könne man sicher sein, dass sie den Treibstoff aus dem Wasser gesogen hätten.

Am Nachmittag rückte die Feuerwehr dann erneut an, um der inzwischen vom Umweltamt des Kreises beauftragten Spezialfirma beim Reinigen der Kanalisation zu helfen. Über mehrere Hundert Meter musste der Kanal unter der Straße von den Dieselresten befreit werden. Während die Feuerwehr mit großem Druck Tausende von Litern Wasser durch die Rohre des Kanals pumpte, saugte ein Spezialfahrzeug der Umwelttechnikfirma das verunreinigte Wasser in seinen Tank. Dafür musste die Kanalisation an mehreren Stellen verstopft werden, Feuerwehrmann Jan-Claudius Schmidt musste in zwei Gullys steigen.

Wie viele Liter Diesel in den Bachlauf gelangt sind, ist bislang nicht bekannt. Wie erheblich der Umweltschaden ist, kann somit nicht abschließend geschätzt werden. "Es kommt bei der Beurteilung auf die Menge an, die in das Gewässer gelangt ist", erklärte Volker Terppé, stellvertretender Fachdienstleiter der Wasserbehörde Stormarn am Nachmittag. In einem kleinen Bach wie dem Hopfenbach könnten schon wenige Liter "deutliche Auswirkungen" haben. Allerdings seien Mineralöle, zu denen auch Dieselkraftstoff gehört, relativ gut wieder aus den betroffenen Flüssen, Bächen aber auch aus verschmutzten Böden zu entfernen.

An der Straße An der Eilshorst waren bis zum Nachmittag die größten Verschmutzungen beseitigt worden. "Dass wir Ölspuren haben, die wir abstreuen müssen, kommt häufiger vor", sagt Arne Müller vom Ordnungsamt Großhansdorf. Einsätze mit derartigen Ausmaßen habe man glücklicherweise selten.

Der Vorfall in Großhansdorf war in der Nacht zu Donnerstag nicht der einzige. Auch in Braak und Stemwarde bohrten Unbekannte Autotanks auf. Betroffen waren ein Honda an der Schmiedestraße in Braak und ein Seat Altea, der an der Bachstraße in Stemwarde abgestellt war. An allen fünf betroffenen Autos entstand nach Aussage der Polizei ein Gesamtschaden von etwa 4200 Euro. Einberechnet sind darin die Schäden an den Autos sowie der Wert des gestohlenen Kraftstoffs - rund 200 Liter.

Die Polizei ermittelt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt. Sie bittet Zeugen, die an einer der genannten Straßen in der Nacht etwas Ungewöhnliches, verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Hinweise nehmen die Polizeistation Großhansdorf unter Telefon 04102/456 50 und die Polizeizentralstation in Glinde unter Telefon 040/710 90 30 entgegen.