Kommentar

Streithähne sollen an Kind denken

Antonia Thiele

Ein Kindergarten, in dem es nur gesundes Essen gibt. Das klingt gut. Nichtsdestotrotz kann die "zuckerarme Nahrung", wie sie sich der Delingsdorfer Kindergarten Lütten Hus auf die Fahnen schreibt, nicht viel mehr sein als eine Empfehlung für die Eltern.

Wer sie beherzigt und auf Butterkekse verzichtet, verhält sich vorbildlich. Dass das im Fall der Familie Pries nicht geschehen ist, ist schade. Dass sich daraus ein Streit entwickelt, der zum Rauswurf eines Vierjährigen führt, bleibt unverständlich.

Nicht nur gefährdet der Verlust des Betreuungsplatzes die finanzielle Existenz der Familie. Eine langfristige neue Lösung dürfte in Zeiten überfüllter Kindergärten nicht leicht zu finden sein. Vor allem aber sind es nicht die Streithähne, die schlussendlich unter der Konsequenz ihres Verhaltens zu leiden haben. Leidtragender ist das Kind. Weder kann es etwas für die Butterkekse in seiner Brotdose, noch handelt es sich bei dem Vierjährigen um ein sozial schwer integrierbares Kind, das den Alltag in der Kita in unhaltbarem Maße beeinträchtigte. Dennoch wird der Junge aus seinem Umfeld gerissen.

Streit zwischen Eltern und Kitaleitung, keine Gesprächsbereitschaft, gegenseitige Anschuldigungen - sicher erschwert das alles die Zusammenarbeit in einem Betreuungsverhältnis erheblich. Unmöglich macht es sie nicht. Beide Parteien sollten daher an das Wohl des Kindes denken und sich zusammenraufen.

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