Trittau

Naho Kawabe - eine Künstlerin pendelt zwischen Tokio, Hamburg und Trittau

Als der Tsunami kam, saß sie im Zug in Tokio. Die Erde bebte. Naho Kawabe begriff nicht, was geschah.

Trittau. "Ich werde das nie vergessen." Sie stieg aus, sie lebte und lief fünf Stunden zu Fuß, um zu ihrem Ziel zu kommen. Die Künstlerin war gerade aus Trittau angereist, um eine Ausstellung zu eröffnen. Sie konnte nicht geahnt haben, was in ihrer Heimat geschehen würde. Aber der Titel ihrer Ausstellung hieß: "Help!" Hilfe!

"Das war Zufall", sagt Naho Kawabe und kann es selbst nicht glauben. Jetzt eröffnet sie eine Ausstellung in der Trittauer Wassermühle. Auch hier schweben im wahrsten Sinne des Wortes Buchstaben durch den Raum, die eine Botschaft vermitteln. Aber welche? "Das müssen die Besucher herausfinden", sagt die Japanerin und lächelt.

Kügelchen hängen von der Decke. Von einem Projektor angeleuchtet, werfen sie Schatten. Und wie von Zauberhand erscheinen Worte an der Wand. "Sie zu erkennen ist eine Frage der Perspektive", sagt Naho Kawabe und trifft damit den Kern - auch ihres Künstlerlebens. Seit zwölf Jahren pendelt sie zwischen Japan und Deutschland und wechselt laufend die Sichtweise. "Das ist spannend." Das Pendeln zwischen Hamburg und Trittau endet. Mit ihrer Schau in der Wassermühle, die am 6. April, um 16 Uhr eröffnet wird, verabschiedet sie sich als Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung.

( (M.T.) )

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