Ahrensburg

Rohrbogenwerk: Politik fordert Kulturhalle

Auf dem Industrieareal sollen Wohnungen und Handwerkerhöfe gebaut werden. Investor versichert, Pläne nicht verändert zu haben.

Ahrensburg. Mit seinen Vorstellungen zur Zukunft des Rohrbogenwerks sorgt der Ahrensburger Unternehmer Christopher Kroschke für Kritik seitens vieler Politiker. Bislang hatten sie die Pläne des Investors mitgetragen, auf dem 14.000 Quadratmeter großen Areal an der Brückenstraße Wohnungen und Höfe für Handwerker zu bauen. Wie berichtet, erwarteten die Politiker auch, dass die alte Werkshalle erhalten und als Raum für Konzerte, Ausstellungen oder andere kulturelle Ereignisse genutzt wird.

"Wir wollen auf die Vorhaltung einer Halle nicht verzichten", sagt Rolf Griesenberg (SPD). Er sieht das Vorgehen Kroschkes als taktisches Manöver. "Natürlich versucht er, so viel wie möglich zu erreichen", sagt Griesenberg. Andere Politiker sehen das offenbar ähnlich. So sagt Hinrich Schmick (WAB): "Zwischen den vorgestellten Plänen liegen Welten." Während zunächst eine kulturelle Nutzung vorgesehen worden sei, gehe es in den kürzlich von Kroschke präsentierten Plänen vor allem um eine kommerzielle Nutzung mit Einzelhandel, so Schmick. "Kroschke wird es schwer haben, die Politiker von diesen Ideen zu überzeugen", so der WAB-Vorsitzende. Die Fraktion habe allerdings noch nicht über die neuen Pläne gesprochen. Auf beschlossene Rahmenbedingungen verweist Thomas Bellizzi von der FDP. "Sie gelten heute noch immer", sagt der Fraktionschef der Liberalen. "Insofern ist es überraschend und stellt die bisherigen Planungen generell infrage, wenn ein potenzieller Investor im Nachhinein finanzielle Leistungen der Stadt erwartet und das ihm bekannte, erst kürzlich beschlossene Einzelhandelskonzept aufzuweichen versucht."

Die FDP gehe davon aus, dass sich das bislang vorgesehene Konzept selbst trage. Bellizzi: "Die Stadt hat sich nicht grundlos auf klare Eckpfeiler festgelegt. Ich halte es deshalb für wichtig, diese Positionen klar zu vertreten." Er gehe davon aus, dass der Investor "eine unternehmerisch kreative Lösung" finden werde. "Wir haben klar gesagt, dass wir inhaltlich an dem Aufstellungsbeschluss festhalten werden", sagt dazu die Stadtverordnete Carola Behr (CDU). Und der sehe einen Mix aus Handwerkerhöfen, Wohnungen und Kultur vor. "Dagegen ist Einzelhandel ausgeschlossen", so Behr. Sie wünsche sich einen Erhalt der Halle. "Sie ist charakteristisch für das Gelände und sorgt für das entsprechende Flair", so die Christdemokratin. In einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses müsse das Thema "auf jeden Fall" erneut besprochen werden, sagt Carola Behr.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Jörg Hansen (Grüne), sagt, er wisse von keinen Änderungen in den Plänen. "Im Herbst haben wir durch unseren Aufstellungsbeschluss den Wünschen Kroschkes entsprochen", sagt er. Der Investor habe betont, sich danach zu richten. Der Beschluss sieht unter anderem eine kulturelle Nutzung vor, den Erhalt der Halle und schließt Einzelhandel explizit aus. Dennoch lässt Christopher Kroschke eine Ansiedlung von Einzelhandel prüfen. "Das Beratungsunternehmen CIMA erstellt eine Bewertung für uns", sagt Kroschke. Er betont jedoch auch: "An unseren Plänen hat sich grundsätzlich nichts verändert. Was wir bislang vorgestellt hatten, war ein grobes Konzept. Wenn wir nun konkreter werden, müssen wir uns jedoch auch über die Finanzierbarkeit Gedanken machen."

Er sei für viele Überlegungen und Ideen offen, so Kroschke. "Was allerdings nicht geht, ist, eine Halle zu wollen, aber keine Ideen für deren Finanzierung zu entwickeln." Eine Sanierung des Gebäudes sei äußerst aufwendig und teuer. Auch eine kulturelle Nutzung ist offenbar nicht so einfach möglich. Der Investor erwartet offenbar eine öffentliche Beteiligung an den Kosten. Kroschke: "Kultur wird fast immer öffentlich gefördert. Wo wird sie noch frei finanziert?" Auch ein Kino allein sei nicht wirtschaftlich, sagt der Investor. Da könne es nur eine Kombi-Lösung geben. "Ich bin nicht der Bösewicht, ich suche lediglich nach Lösungen. Wenn es glatt laufe, sagt Christopher Kroschke, könne schon ab Anfang des Jahres 2014 gebaut werden.