Ahrensburg

Schnee sorgt für Chaos auf Stormarns Straßen

Zahlreiche Unfälle. A 1 und B 404 stundenlang gesperrt. Mehrere Buslinien eingestellt. Auch bei der Bahn gab es Probleme

Ahrensburg. Heftiger Schneefall und starke Windböen haben am Montag für ein Verkehrschaos auf den Straßen in Stormarn gesorgt. Allein bis zum Vormittag registrierten die Beamten im Bezirk der Polizeidirektion Ratzeburg, zu der die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg zählen, 19 glättebedingten Unfälle. "Es kracht an allen Ecken und Kanten", sagt Polizeisprecherin Sonja Kurz. In Grabau, Feldhorst, Brunsbek und Eichede fuhren sich Autofahrer im bis zu 40 Zentimeter hohen Schnee fest oder kamen wegen heftiger Schneeverwehungen nicht weiter.

In Ahrensburg wurden zahlreiche Schüler um 12 Uhr nach Hause geschickt, zum Beispiel am Schulzentrum Am Heimgarten, nachdem bereits viele Buslinien wegen des Wetters eingestellt worden waren. An der Hahnheide-Schule in Trittau habe der Leiter einige Mütter und Väter bitten müssen, ihre Kinder mit dem Auto abzuholen, weil ein Busunternehmen seinen Betrieb eingestellt hatte, sagt Schulrätin Kirsten Blohm-Leu.

Die Autobahn 1 war zwischen Barsbüttel und Stapelfeld in Fahrtrichtung Lübeck für mehrere Stunden gesperrt. Dort waren fünf Lastwagen ineinander gerutscht. Der Verkehr staute sich zeitweise zurück bis nach Hamburg. Auch die Bundesstraße 404 war nach einem Unfall mit sechs Autos und zwei Lastwagen zwischen Todendorf und dem Kreuz Bargteheide ab 13.50 Uhr für längere Zeit gesperrt.

Bereits gegen 2.30 Uhr in der Nacht hatte ein Pole auf der A 1 bei Reinfeld in Fahrtrichtung Hamburg die Kontrolle über sein Auto verloren. Der 29-Jährige wollte einen Lastwagen überholen, geriet dabei auf der verschneiten Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen die Außenschutzplanke und dann gegen den Lastwagen. Der Pole war ohne gültigen Führerschein unterwegs. Sein Auto hatte nach dem Unfall nur noch Schrottwert.

Polizei mahnt Autofahrer, vorsichtig zu fahren und nicht zu überholen

Alle Unfälle seien passiert, weil die Autofahrer für die Wetterlage zu schnell unterwegs gewesen seien, sagt Polizeisprecherin Sonja Kurz. Sie mahnt deshalb die Verkehrsteilnehmer zu mehr Vorsicht. "Autofahrer sollten mit angepasster Geschwindigkeit fahren, genügend Abstand halten und vor allem nicht drängeln", sagt Kurz. Zudem warnt sie davor, bei dem heftigen Schneefall zu überholen. "Beim Wechseln der Fahrstreifen ist es besonders rutschig, weil zwischen den Bahnen häufig viel Schnee liegt."

Die Räumdienste waren am Montag ununterbrochen im Einsatz, kamen bei den Schneemassen aber nicht mehr hinterher. "Mehr als 100 Fahrzeuge sind unterwegs, die Kapazitäten sind ausgeschöpft", sagt Jens Sommerburg, der Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Lübeck, der in Stormarn für die Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig ist. "Wer nicht unbedingt raus muss, sollte das Auto lieber stehen lassen."

Auch Postbotin Birgit Feichtinger hatte mit Schnee und Eis zu kämpfen. Sie war in Ahrensburg unterwegs und musste ihr Fahrrad durch die Schneemassen schieben. "Das ist anstrengend und beschwerlich", sagt sie. Dadurch komme sie langsamer voran als gewöhnlich. "Wenn ich meine Tour in der vorgegebenen Zeit nicht schaffe, wird sie abgebrochen", sagt Feichtinger. Die Post werde dann einen Tag später von ihr zugesellt.

Der viele Schnee bereitete auch den Verkehrsbetrieben Sorge, beispielsweise der Autokraft. Einige Buslinien mussten wegen des Winterwetters eingestellt werden. In Bargteheide sei der Betrieb fast zu 100 Prozent zum Erliegen gekommen, sagt Alexander Bremer, der Standortleiter der Autokraft in Bad Oldesloe. "Wenn es so weiterschneit, werden wir noch mehr Linien einstellen müssen."

Zwischen Hamburg und Lübeck fielen Züge aus, weil die Türen vereist waren

Besonders in kleineren Orten hätten die Busse große Schwierigkeiten. Vor allem mit den 18 Meter langen Gelenkzügen gebe es bei diesem Wetter Probleme. Bremer: "Da sie in der Mitte beweglich sind, können sie nur schwer kontrolliert werden."

Auch bei der Deutschen Bahn kam es am Montagmorgen zwischen 5 Uhr und 10.40 Uhr zu Zugausfällen. Die halbstündig abfahrenden Züge hätten in der Zeit wegen vereister Türen nicht starten können, sagt Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Davon abgesehen sei aber alles nach Plan gelaufen. Der Einsatz einer Schneefräse auf der Strecke Hamburg-Lübeck habe zu dem reibungslosen Ablauf beigetragen.