Prozess gegen Unfallfahrer von Reinbek beginnt

16 Jahre alter Glinder stirbt nach Autorennen. Fahrer steht ab Montag vor Gericht

Reinbek. Ein 22 Jahre alter Hamburger muss sich ab dem kommenden Montag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht in Reinbek verantworten. Der junge Mann soll sich in der Nacht zum 10. März vergangenen Jahres gemeinsam mit einem 16 Jahre alten Glinder unbefugt Zutritt zu dem ehemaligen Munitionsdepot an der Straße Oher Tannen in Reinbek verschafft haben, vermutlich, um dort mit einem nicht mehr zugelassenen Opel Kadett ein Rennen zu veranstalten.

Es war gegen 2.40 Uhr am Sonnabendmorgen, als der am Steuer sitzende Hamburger Gas gab. Während er mit hoher Geschwindigkeit über die schmale asphaltierte Ringstraße raste, soll der 16 Jahre alte Glinder auf dem Beifahrersitz plötzlich die Handbremse nach oben gerissen haben. Das Auto kam links von der Fahrbahn ab und prallte seitlich gegen einen Baum. Während sich der Fahrer selbst aus dem Wagen befreien konnte, wurde der Glinder zwischen Fahrer- und Beifahrersitz eingeklemmt.

Ein 27 Jahre alter Bekannter der Männer, der mit seinem Auto direkt hinter den beiden fuhr, alarmierte den Rettungsdienst. Helfer der Freiwilligen Feuerwehr schnitten den Glinder aus dem Auto heraus. Er wurde mit dem Rettungswagen ins Unfallkrankenhaus Boberg gebracht, erlag dort jedoch einen Tag später seinen schweren inneren Verletzungen. Der Fahrer wurde bei dem Unfall nur leicht verletzt. Die Polizei stellte fest, dass er angetrunken war. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab bei ihm einen Wert von 0,7 Promille.

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Reinbek beginnt um 11 Uhr. Drei Zeugen werden aussagen, zudem hat das Gericht einen Sachverständigen geladen.