Politiker erwägen Strafanzeige gegen Martina Denecke

Vorwurf: Üble Nachrede und Verleumdung. Anwalt prüft jetzt Erfolgsaussichten

Oststeinbek. Oststeinbeks suspendierte Bürgermeisterin Martina Denecke beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Lübeck. Nach den Worten des zurzeit amtierenden Chefs im Rathaus, Hans-Joachim Vorbeck, hat der frühere Bürgervorsteher Gerhard Bülow Strafanzeige gegen Denecke erstattet. Er wirft der 43-Jährigen, die sich am 10. März einem Abwahlverfahren stellen muss, Urkundenvernichtung vor: Sie hatte sämtliche Antwortzettel auf eine von ihr initiierten Bürgerbefragung nach der Auswertung entsorgt.

Unabhängig davon erwägen auch die Politiker in der Gemeindevertretung eine Anzeige. "Es geht um üble Nachrede und Verleumdung", sagt Vorbeck. In einem auf der Internetseite der Bürgerinitiative Oststeinbeker Weg veröffentlichten Interview hatte Denecke unter anderem sinngemäß ausgeführt, Ortspolitiker hätten wegen ihres eigenen Wohnortes den Bau einer Ortsumgehung unmöglich gemacht, einige Rathausmitarbeiter hätten "politische respektive andere" Beziehungen und seien nur deshalb eingestellt worden, und die Politik stelle sich geschlossen gegen Denecke aus Angst, dass die noch mehr aufdecke.

"Dagegen müssen wir uns wehren", sagt der amtierende Bürgermeister Vorbeck. Die Gemeindevertretung hat nun einen Anwalt beauftragt, die Erfolgsaussichten einer Strafanzeige auszuloten. Zu welchem Ergebnis der Jurist kommt, soll im Hauptausschuss am 4. März bekannt gegeben werden.

Unterdessen beginnt der "Abwahlkampf". Am morgigen Freitag wollen Politiker aller Parteien gemeinsam Plakate kleben.