Ammersbek

Bewegung im Streit um Timmerhorner Teiche

Ammersbeker Politiker wollen mit Investor sprechen. ASP Projekt Fischteiche hat einen neuen Geschäftsführer.

Ammersbek. Noch ruhen sie still - die Timmerhorner Teiche im Nordosten von Ammersbek. Das Gelände an der Alten Landstraße, einst für die Fischzucht genutzt, ist mit einem Zaun abgesperrt. Die Gebäude sind verfallen und stehen leer. Ein Streit zwischen der Gemeinde und dem Inhaber eines Großteils der Flächen am See, der ASP Projekt Fischteiche GmbH, verhindert seit Jahren jede Entwicklung. Doch jetzt kommt Bewegung in den Streit. Ein Beschluss des Umweltausschusses sieht nun vor, dass die Verwaltung Gespräche mit dem Inhaber aufnehmen soll zwecks Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für das Areal.

Die ASP nimmt diesen Ball gerne auf. Tom Schau, seit Januar Geschäftsführer, möchte einen Neuanfang machen und rückt offenbar auch von früheren Plänen ab. "Es geht mir nicht darum, rings um den See herum Häuser zu bauen", sagt er. Frühere Pläne hatten indes noch vorgesehen, einen Großteil des Seeufers zu Baugrund zu machen.

Im Jahr 2009 hatte die ASP Projekt Fischteiche GmbH das 39 Hektar große Gelände des ehemaligen Fischzuchtbetriebes ersteigert. Die Gesellschaft ist eine Tochter der Auto-Service-Park-Gesellschaft (ASP), einer der Gesellschafter ist die Ahrensburger Kroschke-Gruppe. Der damalige Geschäftsführer von ASP Projekt Fischteiche GmbH, Friedrich-Karl Winter, stellte bald Bebauungspläne vor - doch diese stießen auf Protest. Die Gemeinde verhängte im Januar 2011 eine Veränderungssperre, die noch bis Januar 2014 gilt. Seitdem sind Politik und Verwaltung dabei, einen neuen Bebauungsplan für ein Gelände zu erstellen, das nicht nur die Grundstücke der ASP, sondern auch den Sportplatz am Schäferdresch und weitere Flächen umfasst.

Der Grund: Der B-Plan aus dem Jahr 1958 ist rechtlich nicht mehr gültig. Ein Mehrheitsbeschluss der Politik, getroffen Ende 2010, sieht nun vor, die Festsetzungen des alten B-Planes zu übernehmen - und die sehen vor, dass das Gelände der ASP für Fischzucht genutzt werden soll. Eine Wohnbebauung wäre demnach nur sehr eingeschränkt möglich. Soweit die Ausgangslage.

Im Verlauf des Verfahrens stellten sich allerdings zwei Dinge heraus: Zum einen ist die Festschreibung "Fischzucht" rechtlich problematisch. Zum anderen gibt es den Wunsch in der Bevölkerung, dass das Teichgelände als Naherholungsgebiet genutzt werden kann. Im Umweltausschuss schlug der Planer der Gemeinde, Jo Claussen-Seggelke, vor, auf den Investor zuzugehen und mit ihm ein "städtebauliches Konzept" auszuarbeiten.

Wie ein Kompromiss mit ASP aussehen könnte, erläutert Bürgermeister Horst Ansén: "Denkbar wäre, dass die Gemeinde dem Investor bei der Bebauung entgegenkommt. Dieser könnte dann der Allgemeinheit das Seeufer zugänglich machen und zum Beispiel einen Rundwanderweg ermöglichen." Dazu Tom Schau: "Wir sind gar nicht so weit auseinander". Eine Freizeitnutzung könnte er sich gut vorstellen. Eine Vorstellung davon, wo gebaut werden soll, habe er auch. Doch: "Die wollen wir mit der Gemeinde zusammen entwickeln."

Bleibt die Frage, ob die SPD und die Grünen, die zurzeit die Mehrheit im Gemeinderat stellen, von ihren bisherigen Positionen abrücken. Sie wollen im Prinzip keine neue Wohnbebauung zulassen. Gunter Last, der für die SPD im Bauausschuss sitzt, sagt allerdings: "Es kommt jetzt auf die Gesprächslage an, ob ASP bauen kann." CDU und FDP stehen neuen Plänen durchaus offen gegenüber.

Der Investor und die Gemeindevertreter werden auch über die Fischzucht reden müssen. Besonders die Sozialdemokraten pochen darauf, dass diese Festsetzung im B-Plan erhalten bleibt. "Das hat für uns eine kulturelle Bedeutung", sagt Gunter Last. Tom Schau hingegen sagt: "Binnenfischerei wäre hier nicht rentabel zu betreiben." Er kann sich allerdings vorstellen, dass wieder Fische in dem Teich kommen und Angler das Gelände nutzen. Generell wolle die ASP das Gelände jetzt wieder herrichten - dazu gehöre auch, dass die beiden ehemaligen Gebäude des Betriebes renoviert werden sollen. In eines soll das Büro der ASP kommen, in ein anderes ein Wirtschaftsgebäude.

Heute Abend beschäftigt sich der Bauausschuss der Gemeinde Ammersbek ab 19.30 Uhr mit dem Thema. Die Diskussion im Sitzungsraum des Dorfgemeinschaftshauses ist öffentlich.