Zukunft für Ex-Schlecker-Läden gesucht

Vier der sieben ehemaligen Drogeriemärkte stehen noch leer. Verschiedene Firmen interessieren sich für die Flächen

Ahrensburg. Der Großteil der ehemaligen Schlecker-Filialen in Stormarn ist auch gut ein halbes Jahr nach der Abwicklung der insolventen Drogeriemarkt-Kette noch nicht neu vermietet worden. Wie geht es nun mit den Geschäften weiter?

Bislang ist nur für zwei der sieben in Stormarn betroffenen Ladenflächen eine neue Verwendung gefunden worden. Eine davon ist die des ehemaligen Schlecker-XL-Geschäft mit der Adresse Eilbergweg 12 in Großhansdorf. In das 700 Quadratmeter große Geschäft ist im Dezember vergangenen Jahres eine Filiale der Drogeriemarktkette Iwan Budnikowsky GmbH eingezogen. Der zweite ehemalige Schlecker-Laden, in dem inzwischen wieder geschäftiges Treiben herrscht, ist in Reinfeld. Ein Getränkemarkt hat das Geschäft An der Autobahn 7 übernommen.

Ein weiterer Reinfelder Schlecker-Markt in der Innenstadt (Paul-von-Schoenaich-Straße 44) soll abgerissen werden. Auf dem Gelände sind zwei neue Gebäude geplant. "Ein Fachmarktzentrum mit einem Supermarkt und einem neuen Drogeriefachgeschäft wird dort entstehen", sagt Stefan Kruse, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt der Stadt Reinfeld.

Nicht abgerissen, dafür aber umgebaut werden die Räumlichkeiten des alten Schlecker-Marktes in Bargteheide in der Rathausstraße 30. "Momentan ist das Gelände dort eine große Baustelle", sagt Herbert Sczech, Büroleitender Beamter in Bargteheide. "Ein Teil der Verkaufsfläche gehört inzwischen zu einem Textildiscounter." Der hat auch während des Baubetriebs geöffnet.

Das ehemalige Geschäft der Tochtergesellschaft Schlecker XL in Lütjensee in der Hamburger Straße 38 und die alten Schlecker-Filialen in Barsbüttel, Barsbütteler Hof 2, in Ammersbek in der Georg-Sasse-Straße 12 und in Bad Oldesloe in der Mühlenstraße 14 stehen augenscheinlich noch leer.

Doch in Bad Oldesloe tut sich was. So formuliert es zumindest Stefan Pötzsch, Ladenflächenmanager in Bad Oldesloe. "Die Verkaufsfläche des Schlecker-Marktes in der Innenstadt ist hoch attraktiv", sagt Pötzsch. "Es gibt mehrere Interessenten für das Geschäft." Weil die Stadt Bad Oldesloe den aktuellen Bestand an Einzelhandelsunternehmen nicht durch Neuvermietungen gefährden wolle, seien intensive Überlegungen notwendig. Zudem stehe eine Abstimmung mit dem Eigentümer des Ladens noch aus. Auch die alte Schlecker-Filiale in Ammersbek soll bald wieder einen neuen Mieter bekommen. Dort haben sich ebenfalls verschiedene Unternehmen für die Fläche interessiert. "Für Budnikowsky war der Laden leider zu klein", sagt Susann Jandt-Wahls vom Ammersbeker Bauamt. "Da gibt es immer so eine Art Mindestgröße." Auch eine Spielhalle habe sich für die Immobilie interessiert. Der Betrieb hätte allerdings nicht ins Ammersbeker Ortsbild gepasst und sei deswegen abgelehnt worden, sagt Susann Jandt-Wahls.

Die Drogeriemarktkette Schlecker aus dem baden-württembergischen Ehingen hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Anfang Juni vergangenen Jahres verloren die Stormarner Schlecker-Mitarbeiter ihre Arbeitsstellen, alle Filialen im Kreis wurden geschlossen. Ende Juni 2012 wurden auch die Angestellten in den beiden Schlecker XL-Filialen in Großhansdorf und Lütjensee arbeitslos, nachdem sich kein Investor für das Tochterunternehmen der insolventen Drogeriemarktkette gefunden hatte.