Pastoratsverkauf: 550 Unterschriften übergeben

Kirchenmitglieder wollen auf einer Gemeindeversammlung in Ahrensburg Fragen klären

Ahrensburg. Gemeindemitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche in Ahrensburg haben eine Liste mit mehr als 550 Unterschriften im Kirchenbüro abgegeben. Sie fordern damit die Einberufung einer außerordentlichen Gemeindeversammlung, in der über den möglichen Verkauf des Pastorats sowie des Gemeindehauses der St. Johanneskirche wegen der leeren Kirchenkasse informiert werden soll.

"Wir erwarten von einer solchen Versammlung eine Diskussion mit allen Entscheidungsträgern", sagte Monika Robinson. Sie ist Mitglied des Kirchenchors, der in den Räumen probt, die nun möglicherweise verkauft werden sollen. Außerdem gehe es darum, Zeit für eine umfassende Diskussion über einen Verkauf zu erhalten. Robinson: "Am 22. Januar steht eine Versammlung des Gemeinderats an. Wir wollen erreichen, dass das Thema von der Tagesordnung des Treffens genommen wird." Es gebe noch zu viele offene Fragen. "Wir fordern ein unabhängiges Gutachten über den tatsächliche Zustand des Pastorats und des Gemeindehauses", sagt das Chorbeiratsmitglied Robinson. Laut Pastor Detlev Paschen gibt es im Pastorat einen toxischen Schimmelbefall. Robinson kritisierte vor allem die Informationspolitik der verantwortlichen Personen in der Kirche. So werde im Kirchengemeinderat bereits seit rund einem Jahr über einen Verkauf gesprochen. Mitglieder des von einem Verkauf direkt betroffenen Chors hätten jedoch erst in der Adventszeit davon erfahren.

Die Unterschriftenliste brachte Hans-Martin Dörmann, Mitglied des Kirchengemeinderats, am Donnerstagnachmittag ins Kirchenbüro. "Wir haben seit dem 23. Dezember gesammelt", sagte er. Laut der Initiatoren der Aktion sind bislang 552 Unterschriften abgegeben worden, mindestens 279 davon von Mitgliedern der Gemeinde Ahrensburg.

Pastor Paschen betonte, er sehe dem weiteren Verfahren gelassen entgegen. Den Antrag der Gemeindemitglieder werde nun der geschäftsführende Ausschuss prüfen, und der Kirchengemeinderat werde entscheiden. Paschen: "Wir bemühen uns, dies so schnell wie möglich zu machen. So sehr ich die mit dem Thema verbundenen Gefühle nachvollziehen kann, geht das Verfahren jetzt seinen im Kirchengesetz geregelten Gang."