Es ist ein schwieriges Thema. Ein Thema, mit dem sich wohl kaum jemand gern beschäftigt, über das wenig gesprochen wird. Wenn es um den Tod und das Sterben geht, neigen wir zum Verdrängen. Umso schwieriger wird es dann, wenn wir plötzlich direkt betroffen sind. Wenn Familienangehörige oder enge Freunde im Sterben liegen und sich das Thema plötzlich nicht mehr wegschieben lässt. Dann sind vor allem Angehörige häufig überfordert. Diese Erfahrungen hat die Oldesloerin Sabine Tiedtke bei ihrer Arbeit als Krankenschwester und im ambulanten Pflegedienst gemacht.

Sie möchte deshalb ein stationäres Hospiz in Bad Oldesloe einrichten, in dem Sterbende ihre letzten Tage, Wochen oder Monate in einer angenehmen Umgebung verbringen können - und in dem Angehörige Unterstützung beim Umgang mit der schwierigen Situation bekommen. Es ist wünschenswert, dass es der Oldesloerin gelingt, ihr Projekt zu realisieren. Und dass sie viele Unterstützer findet, die nicht davor zurückschrecken, sich in ihrer Freizeit mit einem eher unangenehmen Thema zu beschäftigen.

Denn von dem Ergebnis könnte letztendlich jeder Stormarner profitieren - nämlich genau dann, wenn ihn das Thema plötzlich direkt betrifft. Dieser schwierige Moment wird ihm ganz sicher etwas erleichtert, wenn es die Einrichtung in Oldesloe gibt und er nicht ein Hospiz aufsuchen muss, das mehrere Dutzend Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt liegt.